Unsere letzte Initialberührung, dein kalter Jänner-Zeigefinger auf meiner Oberarmhaut, ein Verlangen, eine Gänsehaut, das Wissen, dass ich in diesem Moment nicht mehr mir gehöre. Ich denke mich in diesem Moment als dein Besitz, dein erweiterter Atem, deine verlängerten Arme, dein ausgelagertes Gedächtnis. Du denkst, du bist Sonne, alles dreht sich um dich, ich schweige und kreise. Du bist Sommer und Winter, zu heiß für mich und zu kalt in deinen Entscheidungen, mein Frühling und Herbst, zu lau in deinen Bekenntnissen, zu erwartbar in deinen Farben. Ich falle aus deinem System, wenn du dich mir nicht widmest, ich beuge mich, zu schön sind deine Hände auf mir. Mein Körper ist einer deiner Planeten, mein Herz so schwer, ich weiß nicht, wie viele du davon in deinem Sonnensystem wähnst. Ich habe aufgehört, Festland zu sein. Ich schwimme unter deinem Körper, dein Durst ist unersättlich, du trinkst, bis ich Wüste und somit versandet bin.
Ich bin deine Taklamakan, mein Name bedeutet: Ein Platz ohne Wiederkehr. Ich bin verwüstet und unbewohnbar geworden, aus deinem Sonnensystem gefallen, nur mir gehörend.