Heute regnet es, ich kann es riechen, bevor ich es höre, eine bestimmte Pflanze, die hier auch wächst, riecht dann anders. Ich habe früher immer gewusst, wenn ich Stellen auf der Straße meiden muss, vor allem den Bahnübergang am Weg zur Schule, denn da wächst diese Pflanze, dieses geruchsintensive Kraut oft und dann war klar, dass ich den Gehsteig verlasse, weil er gepflastert war mit roten Nacktschnecken, damals als Kind hat es mir bei diesem Anblick alle Haare aufgestellt. Heute ist das nicht anders. Schon beim Gedanken daran krieg ich Gänsehaut.
Ich gehe trotzdem barfuß hinaus in den nassen Garten, in meinem Pyjama und direkt wieder hinein, setze mich auf die Bettkante, weil ich googeln muss, woher das Wort Pyjama kommt, Wikipedia sagt: «Das Wort Pyjama stammt aus dem Persischen und bezeichnet ursprünglich eine leichte Hose, die am Bund von einer Schnur oder einem Kummerbund zusammengehalten wird und im süd- und westasiatischen Raum, besonders im persischsprachigen Raum getragen wird.»
Aja. Das was ich trage ist demzufolge kein Pyjama, es ist eine kurze Hose, mit Gummibund und ein zu enges Oberteil mit feinen Trägern, das meine Brüste überhaupt nicht supportet. Aber ich bin alleine, deswegen mag ich das so. Außerdem geht es niemanden etwas an, wie ich mich zeige. Ich will einfach sein. Einen Körper haben, der unkommentiert existiert. Außer die richtige Person macht mir im richtigen Moment ein Kompliment, das mag ich dann.
Wie ausgemacht, lege ich das Handy gleich wieder weg und hole meine Gummistiefel aus dem Kasten, ziehe sie mir an und gehe wieder hinaus ins Freie, wo der Regen schwer und satt, lauwarm in meinen Augen brennt, wenn ich nach oben in den grauen Himmel schau.
Kann sie sich jemals davon erholen, wie sehr ich sie mit Liebe überschüttet habe? Wird das all die zukünftigen Beziehungen und Bekanntschaften prägen, mit übertriebener Vorsicht und Skepsis verderben? Kann ich mir jemals verzeihen, dass ich mich darauf eingelassen habe, dass wir uns so auf einander festlegen?
Ich habe meine Bildschirmzeit von 7 Std auf mein gestriges neues Minimum von 42 Minuten reduziert. Meine Zettel sind voll mit Notizen, Fragen, Wortfetzen, die ich irgendwann im Internet recherchieren muss. Recherchieren möchte.