• Ohrwurm, lol

    down bad crying at the gym

    down bad crying at the woods

    down bad crying on the floor

    down bad crying in the streets 

    down bad crying at the mall 

    down bad crying in the car

    down bad crying in my bed 

    down bad crying in the hall 

    down bad crying at McD

    down bad crying on the roof 

    down bad crying in my room 

    down bad crying 3 AM

    down bad crying at the church

    down bad crying on a bridge

    down bad in in the tub

    down bad crying on a hill

    down bad crying in the night

    down bad crying on a chair

    down bad crying after work

    down bad crying on a bike

    down bad crying at your door

    down bad crying on a plane

    down bad crying in your car 

    down bad crying on the bus 

    down bad crying at the morgue 

    down bad crying in the shed

    down bad crying at your show 

    down bad crying in the rain

    down bad crying by your side

    down bad crying on my knees

    down bad crying in my dress

    down bad crying at your book

    down bad crying at a grave 

    down bad crying at the sun

  • Venus in Aries

    Wir sprechen über Verbündete, ich sage KEINER du sagst EINER.

    Ich weine beim Spazieren. Deine Stimme ist da. Zeit ist Zeit, ich kann jetzt sagen, sie vergeht, aber obv, das ist immer so: vorher, nachher und währenddessen. Es waren einfach zu viele Sachen. Das letzte mit den Beträgen, das zweite mit der Gemüsepizza und das erste weiß ich nicht mehr. Ich spreche aus, was ich glaube zu müssen.

    Wenn Venus in Aries ist hat man 1 Liebesoffenbarung.

    Ich werfe weiter mit Begriffen, ich gehe weiter im Gras, unter mir ein Wasser. Ich gehe weiter im Gras unter, mir ein Wasser. Mir ein Wasser. Mir ein Feuer.

    Ich weine nicht mehr.

    Ich bin Aries, ich bin Venus, ich bin die Offenbarung.

  • Error

    Hallo? 

    Ja.

    Hallo?

    Hallo, ja, aber hallo.

    Hallo. Ja, also ja… Ich, ja… Ich würde ja, ja, würde ich… Also, wenn, dann… Wenn ich könnte… Ich könnte, ja, ich würde können, ich könnte würden – ach, nein, ach, ich… Ich würde ja nur das bisschen, das vielleicht, damit vielleicht, also nur das, und nur vielleicht, und natürlich würde ich nur, wenn… Und wenn ich könnte, auch nur, natürlich nur ein bisschen, ein wenig, eigentlich kaum, eigentlich nicht, ist nicht – nicht wichtig. Ich würde vielleicht dann ganz… Ja ruhig, ja leise, nicht… nichtig… Ja und nur und vielleicht könntest d…

    Ja?

    Aber ja! Was ich denke… Ich denke, vielleicht, wenn ich würde, vielleicht würdest du…

    Ja was?

    Würdest du…

    Nein, nicht.

    Ach, nicht?

    Nein.

    Aber wenn ich, und würde, vielleicht du dann ja vielleicht –

    Was?

    Ich denke…

    Ja?

    Nichts.

  • Ich wollte dir nur sagen, ich verstehe

    Meine Ferse ist geschwollen, das gehen tut mir seit Tagen oder Wochen, ich weiß es nicht, weh. Ich bin an einem Tag 16.000 Schritte gegangen. Heute habe ich Schleimbeutelentzündung gegoogelt.

    Die gelbe Tapete ist eine autobiografisch geprägte Kurzgeschichte der US-amerikanischen Schriftstellerin und Frauenrechtlerin Charlotte Perkins Gilman, die erstmals im Januar 1892 im New England Magazine veröffentlicht wurde. Die Kurzgeschichte gilt als wichtiges Werk des frühen amerikanischen Feminismus;[1] sie handelt von einer jungen Frau, die durch die Behandlung ihrer Depression nicht geheilt wird, sondern in den Wahnsinn verfällt. Im Verlauf der Geschichte werden die zunehmend wirreren und von Wahnvorstellungen geprägten Beobachtungen, die die Protagonistin zum Muster der gelben Tapete in ihrem Krankenzimmer anstellt, zum Abbild ihres sich verschlechternden psychischen Zustandes. (Wikipedia)

    Bitte kannst du googeln, ob es möglich ist eine Schleimbeutelentzündung an der Ferse zu haben und zu schauen, was man da machen kann?

    sondern in den Wahnsinn verfällt.

    Siehst du einen Unterschied in meinen Fersen? Kannst du sehen welche es ist?

    sondern in den Wahnsinn verfällt.

    Ich weiß nicht ob ich in den Krankenstand gehen muss deswegen.

    sondern in den Wahnsinn verfällt.

    Ich weiß nicht, ob ich zur Ärzt*in gehen soll, oder ob mir wieder jemand sagt, dass ich nicht kommen hätte müssen.

    sondern in den Wahnsinn verfällt.

  • Heute von Gleis 2

    Es ist eh kein Problem
    Wir steigen eh gerne um
    Wir polarisieren dich gerne
    und deine Freunde
    Wir halten uns gerne gegenseitig die Hände
    und schauen auf die Skyline
    Wenn wieder einer sagt
    AI ist unser Untergang
    Wenn wieder einer sagt
    Schickt mir doch einmal etwas
    Wenn wieder einer sagt
    Es ist nicht einfach, aber wir machen unsere Arbeit gerne

    Wir machen eure Arbeit nicht gerne
    Aber naja
    Es ist eh kein Problem
    Wir steigen eh gerne um

  • Das passt. Okay.

    An einem Tag fasst du den Entschluss: Zwei Katzen. Die passen zum Haus. Die passen sich ein. Die werden zu dir und mir passen. 
    Ich verschlucke meine Allergie und beginne, Onlineforen nach den Katzen, die passen, zu durchsuchen. Schlau und anpassungsfähig. Gesund. Günstig. Tick. 

    Wir fahren in den Nachbarort. Wir beschauen die Katzen, die zu uns passen. Zwei gefleckte, junge Raubkatzen. Eine groß, die andere klein. “Die passen gut zusammen.” Gut, passen gut. Wir nehmen, was passt.
    Die Züchterin packt die Katzen in den passenden Korb, das passende Futter habe ich am Vortag gekauft. Den passenden Kratzbaum hast du von willhaben geholt. 

    Den Katzen passt die Fahrt gar nicht.
    Im Haus stellen wir den Korb im Erdgeschoß ab, öffnen die Tür und warten nicht auf sie.
    “Die müssen das alleine machen.” Okay.
    “Raus dürfen sie außerdem nicht.” Okay. 
    “Auf das Sofa und die Sitzgarnitur dürfen sie schon gar nicht.” Okay. 
    “An den Türen kratzen, das dürfen sie nicht.” Uns lieben dürfen sie nicht. Okay. 

    Ich fürchte mich vor den scharfen Krallen, den spitzen Zähnen, den jaulenden Geräuschen, die aus ihren kleinen, passenden Kehlen kommen. Ich niese und schwitze. Ich gehe auf Abstand. Du fütterst sie aus einer Tube. Du wirst gebissen. Du lässt die Katze fallen. Sie fällt und fängt sich nicht. Ich streichle ihren kleinen Kopf nicht. 

    In der Nacht kommen sie die Treppe herauf und miauen vor dem Zimmer. Ich gehe zur Tür und höre ihnen durch das dünne Holz zu.
    In der Nacht kommen sie die Treppe herauf, miauen und kratzen an der Zimmertür. Du schießt vom Schreibtisch auf, reißt die Tür aus ihrer Schließung, packst die Tiere am Genick und wirfst sie die Treppe hinab. 
    “Verwöhnen dürfen wir sie nicht.” Ich schaue aus dem Fenster. Okay.

    Es ist Sommer und ich kippe die Terrassentür. In der Küche hole ich mir ein Glas Limonade. Im Wohnzimmer verfängt sich die Katze im Türspalt. Sie miaut. Die andere Katze versteckt sich unter der Sitzgarnitur. Du siehst der Katze zu. Ich starre auf den Minutenzeiger. Du hebst sie an, manövrierst sie aus der Kippe, schlägst ihr auf den Kopf und wirfst sie aus deinen 1 Meter 50 hohen Händen mit Nachdruck aufs Parkett. 
    “Das darf sie nie wieder machen.” Die Katze kriecht mit gesenktem Kopf zur anderen. Meine Wangen sind nass und salzig. Okay. 

    Ich sage, die Katzen passen nicht zu uns. Du sagst, die sind dumm und stur und machen zu viel Arbeit. Aus der einen wird sowieso nichts mehr. 
    Wir inserieren sie und bringen sie eine Woche später zu einer anderen Wohnung. 
    Ich erspähe eine Terrassentür, aber keine Treppe. Der neue Besitzer ist kaum größer als die neue Besitzerin. Okay, flüstere ich, das ist okay. 

  • Wir sagen euch an was ihr denken müsst

    Der Chor der künstlich aufgeregten Männer bleibt kurz stehen bevor er endgültig von der Bühne geht

    Der Chor der künstlich aufgeregten Männer:
    Wir wollen euch eure Erfahrung nicht absprechen
    Es erinnert uns an etwas
    Was ihr sagt
    Es erinnert uns an etwas

    JULIANNA:
    WIR SIND OLIMPIA

  • Nur weil du 1 Mann bist ist deine Angst noch keine Meinung

    Der Chor der künstlich aufgeregten Männer:
    Wir fühlen uns von eurem Text angegriffen
    Euer Text regt uns auf
    Warum stehen da Uhrzeiten?
    Nehmt ihr uns das eh nicht übel?
    Wir haben Romane geschrieben
    Euer Text ärgert uns
    Wir haben auch Kinderbücher geschrieben
    Wir, als Erzähler, fühlen uns angegriffen
    Euer Text ärgert uns
    Wir verstehen die Abkürzungen nicht
    Nur weil ihr Wörter aneinander reiht ist das noch keine Literatur
    JA!
    Genau!
    Euer Text ärgert uns
    Nehmt ihr uns das eh nicht übel?
    Nehmt ihr uns das eh nicht übel?
    Nehmt ihr uns das eh nicht übel?

    Der Chor der künstlich aufgeregten Männer geht von der Bühne während er murmelt, dass KI unser Untergang ist.


  • agenda

    schon wieder hat ein dude gesagt, was wir machen ist keine literatur. schon wieder hat er gefragt, ob wir es ihm eh nicht übel nehmen. schon wieder hat er geglaubt, er ist der erste der das sagt. schon wieder hat er seine kränkung auf uns projiziert. wir sind neopren. unseren texten wird dauernd abgesprochen literatur zu sein. wir werden dauernd angeschaut, wenn wir das kurze oder das enge kleid tragen oder wenn unsere nippel darunter sichtbar sind. wir können in keinem kloster auf eine bühne. was wäre vmtl zu vielen peinlich. auf jeden fall einem, und der entscheidet.

    ich trinke ingwertee, der schmerz ist aus der nase in den hals gewandert, J würde sagen esophagus. Es ist wegen dem rauchen, weil der dude, weil die anderen, weil ich, weil es manchmal nicht geht. ich bin neopren.

    wir greifen niemanden an, jemand fühlt sich durch unseren text angegriffen, gemeint oder unser text ärgert ihn. trotzdem folgen umarmungen. wir werden angegriffen.

    I’ve got this plan now
    It’s on my mind
    And soon enough now
    Everyone will fall in line
    It’s closing in now
    You can’t escape
    On every corner waiting
    Just to infiltrate
    (Dorian Electra – My Agenda)

  • ein handstand

    new year, old me, evtl anfangen mit den zähnen zu knirschen, der kaffee in zügen und die emails, und die frage, ob das so weitergehen soll / kann / muss, ich mag meine rolle nicht, ich hätte lieber, dass sie ein handstand ist, dann die anträge, dann wissen, dass es darum nicht geht (den text), eher geht es ums strafrecht oder um das abwiegen, zb kann ich in 1 kontext mit 1 täter stehen, wenn es um 1 wichtigen cause geht, was sind das für fragen, und zumindest von dem, was ich weiß, das was – aber das sind keine vergleiche, die zu ziehen sind, A sagt wir müssen mehr mit dem Begriff Täterschutz arbeiten in unseren Texten. Während ich die Bücher von Kathy Acker in der Hand halte, gebe ich zu, dass meine Welt schon wieder nicht stabil genug ist, dass ich schon wieder beginne zu glauben, dass alles gar nicht so schlimm war, dass alles evtl nur an mir liegt, weil ich nicht hart genug bin oder so, weil wenn es anders wäre, müsste dann nicht die welt nicht – aber ich weiß auch, so funktioniert das erst recht nicht. ich stelle die bücher zurück. erzähle von dem schiff und wie ich dort auf dem klo geweint habe und die wände berühren musste um zu verstehen, dass ich noch existiere. später werden wir auf einer Webseite stehen, bei der es um research geht. Das erscheint mir nun auch nicht echt. there is no way out of patriarchy. vll bekomme ich heuer wieder dms, wo ich besser nicht hingehen sollte und verstecke mich hinter friends die viel größer sind als ich, so, dass andere personen, die ich dann doch gern getroffen hätte, auch sagen werden, sie hätten mich gar nicht gesehen. warum ist das die wirklichkeit