• für das Leben, aber welches

    ungeplant ist nicht

    gleich ungewollt

    aber ungewollt ist

    immer ungeliebt

    dafür gehen sie

    demonstrieren

    Leiderzwinger

    denn es muss sein

    wie es immer

    gewesen: gestört

    kann Leben auch auf

    andere Weise                     interessant

    werden

    um sich das auszumalen

    fehlt ihnen die Phantasie

    überrascht mich nicht, denn:

    ihr Gott ist auch unkreativ

  • geheime Domäne

    gestern jemanden getroffen, der mich an dich erinnert

    und sofort in Leidenschaft entbrannt

    what about the earrings?

    what about the drinking?

    what about making art to be loved?

    ich habe eine Theorie über Paare

    die sie nicht mögen werden

    noch ein Buch gelesen von einem dieser

    Journalisten über 50, die über Subkultur schreiben

    was ist spießig?

    eine Uneinsichtigkeit, ein Verschließen vor Neuem

    oder vor Schönem

    davor kann dich auch kein

    unkonventioneller Lebensstil retten, Uwe

    wieder zurück zum Anfang: was ist es

    mit euch Künstlertypen, Mitte 30, klein, cheeky, feminin

    the cute painter, guitarist, filmmaker

    ihr habt viel Drogen ausprobiert und eine Partnerin

    fürs Leben, hört experimentelle Musik und seid nur

    analog unterwegs

    ihr wisst, was das richtige Leben ist, und ihr tragt

    Ohrringe, so viele Ohrringe, aber in euren

    Verachtungen seid ihr beinahe bourgeois

    passt noch jemand dazwischen? nur glückliche Paare

    bringen genug Liebe auf, um niemanden auszuschließen

    umgekehrt: nicht mal

    geöffnete Arme und Betten sind

    ein Garant für Liebe

    oder Glück

    ist auch keine Kunst

    daher das Alkoholproblem

    ich schreibe noch mehr

    weil ich sauer bin oder vielleicht sogar

    klar

  • eventually I will start to feel sth else

    irgendsoein alpiner steig und ich bin schwindelfrei, und ich bin trittsicher, und ich weiß: er kann mir nicht mehr folgen, schon lange nicht mehr,
    das ist alles so lächerlich, seine wege, im vergleich zu meinen

    in my folder with screenshots: dots I have connected
    ich weiß gar nicht, wie eis schmeckt,
    aber es ist auch nicht so wichtig

    I will check my mails tomorrow
    and I will call you today, I will,
    and I will not be afraid

    I promise, I won’t


  • ubi caritas et amor

    I wake up as your gay lover

    you are not famous yet, your hair

    is long and black

    (as is mine)

    your face not yet

    guarded

    and with those vulnerable eyes

    you tell me about yourself how

    you can’t help but strip

    the dignity off

    people until you’ve used them

    up

    it’s a terrible thing knowing

    yourself

    I thought if I’d put pressure

    on your spine, you’d

    change – in 30 years’ time

    though the boy that I loved will

    have become the man

    that he                  fears

    but back now you            are

    not intent on becoming

    something, you’re with

    me, and naked, and not

    even wearing your           lenses

    you look at me shyly

    like you want me   to assure you

    no, you ain’t like that

    or maybe much rather

    yes, you are terrible, yet I do love you

    regardless

    the thing is I don’t believe

    it as I only believe in

    what I feel, is you daring

    to be nervous with me, is

    you trusting my palm and

    my judgment

    I lie with you as your gay lover

    with this body at last

    naturally male

    in its narrow-hipped

    elegance     and all

    that comes with it: this other

    scent, this different           palpitation

    and different fear

    of betrayal

    30 years later, why did you

    drink so much, are all your

    wishes fulfilled—the music

    the meaning the subversion

    are many of your dreams destroyed

    count me in, count me out

    count on me

    to make you famous

    I don’t count

    I wake up as your gay lover

    our smiles reflected in the

    lunchbox beside the bed

    long before your band

    takes off I will have soothed

    you when you were scared I will

    have touched you

    inside, I thought

    I wake up.

  • 14 Tage

    Ich bin zum ersten Mal seit Jahren aufgewacht, ohne gestresst oder traurig zu sein. Ich muss sagen, das fühlt sich schön an. Überhaupt fühl ich mich mich gut, nichts tut weh und mein Kiefer ist auch nicht angespannt. 

    Ich lasse die Gedanken schweifen und Bilder von früher tauchen auf, der Garten meiner Kindheit, der schmale, überwucherte Weg vom Haus zur Gartenhütte, alte Steinplatten und die hohen, üppigen Rosen in unterschiedlichen Farben: blassrosa, gelb, pink und die pfirsichfarbenen, deren Duft ich am meisten vermisse. Aber auch dass ich jetzt den Duft abrufen kann und mich kurz fühle wie vor 25 Jahren, macht mich nicht traurig, ich denke mir nur, wie schön das Leben ist. Und wie toll Gärten sind. Nur Rosen mag ich schon lang nicht mehr.

    Was hier fehlt, ist das Rufen der Tauben auf der Stromleitung hinterm Haus, die ultimative Sonntags-Geräuschkulisse, die mich immer wehmütig gemacht hat, vor allem im Spätsommer, wenn es geregnet hat, kurz vor Ferienende, wenn klar war, dass die Montage bald wieder bedeuten, dass ich in die Schule gehen muss, obwohl es daheim so viel schöner ist. Mir war schon als Kind nie langweilig, im Gegenteil, in der Schule war mir unendlich fad und vieles hat mich gestört, dieses fremdbestimmte Funktionieren müssen. Es war einfach nur anstrengend, vom Aufstehen in der Früh ganz zu schweigen.

    2 Tauben gibt es hier auch, aber sie sind viel kompakter und hübsch, zart und geben keinen Laut von sich, ich höre nur das Flattern der Flügel, wenn sie sich erschrecken und aus dem Garten wegfliegen. Ich hoffe sie gewöhnen sich bald an mich, damit ich sie in Ruhe beobachten kann.

    Bisher habe ich mich nicht überwinden können, das Grundstück zu verlassen. Ein alter Holzzaun begrenzt den weitläufigen Garten und am westlichen Ende führt der Küstenwanderweg vorbei, es wäre also ein leichtes, mich nicht zu verlaufen und endlich das Meer begrüßen zu gehen. Ich hole meine Schuhe aus dem Kasten, sie sind noch ungetragen. 

    Ich habe heute noch gar nicht auf mein Handy geschaut und sehe auf der Uhr am Herd, dass es erst 10h46 ist.

  • hope it turns you on that I allow you to be a footnote in my Œuvre by writing about the shit you did to me & others

    the closest to literature some „authors“ will get
    in their livetime
    is having lied to me
    to get into my pants

    how sad is that

  • Die ursprüngliche Bedeutung ist nicht geklärt

    Die Anzahl der Buchstaben ist immer auf deiner Seite.

    Come and Get Your Love

    Mein Beziehungsstatus ändert sich ständig. Für dich ist er immer gleich.

    Du wählst schwarz oder weiß anlassbezogen. Wie wir alle. Aber du hast immer einen anderen Grund.

    cause you’re fine and your mine and you look so divine

    Nenne mich Inanna.

    Come and Get Your Love
    Come and Get Your Love
    Come and Get Your Love

    Inanna
    Inanna
    Inanna

  • langweilig

    m1 körper ist 1 liste 1 parameter 1 provokation etwas das so nicht da sein sollte etwas das an form verliert oder konturen etwas womit ich mich nicht beschäftigen will aber muss weil eig finde ich körper langweilig sie sind halt da wörter sind spannender und die sind auch nicht einfach so da formen aus sprache statt körperformen und dass wäre evtl auch anders wenn es nicht so 1 angriffspunkt wäre wenn es nicht diese allgemeine perspektive gäbe auf körper die so konservativ und langweilig ist die körper zu etwas macht das nur attraktiv ist wenn sie regeln erfüllen die sie gar nicht erfüllen sollten we do not need your cis het male perspective on bodies anymore we have our own which is better

  • the bar


    you have the feeling that the ground is
    shaking / schiefe böden, schrieb
    ich. the narcissist will give you the
    feeling that you owe him sth,
    everything, your life / es ist 1 fehlerleben,

    wenn ich 100 mal sage
    ich finde nicht gut dass

    zumindest wird mir mein erleben
    jetzt nicht mehr abgesprochen

    you know
    the bar
    the bar
    is very low

  • 15 Tage

    Heute regnet es, ich kann es riechen, bevor ich es höre, eine bestimmte Pflanze, die hier auch wächst, riecht dann anders. Ich habe früher immer gewusst, wenn ich Stellen auf der Straße meiden muss, vor allem den Bahnübergang am Weg zur Schule, denn da wächst diese Pflanze, dieses geruchsintensive Kraut oft und dann war klar, dass ich den Gehsteig verlasse, weil er gepflastert war mit roten Nacktschnecken, damals als Kind hat es mir bei diesem Anblick alle Haare aufgestellt. Heute ist das nicht anders. Schon beim Gedanken daran krieg ich Gänsehaut.

    Ich gehe trotzdem barfuß hinaus in den nassen Garten, in meinem Pyjama und direkt wieder hinein, setze mich auf die Bettkante, weil ich googeln muss, woher das Wort Pyjama kommt, Wikipedia sagt: «Das Wort Pyjama stammt aus dem Persischen und bezeichnet ursprünglich eine leichte Hose, die am Bund von einer Schnur oder einem Kummerbund zusammengehalten wird und im süd- und westasiatischen Raum, besonders im persischsprachigen Raum getragen wird.» 

    Aja. Das was ich trage ist demzufolge kein Pyjama, es ist eine kurze Hose, mit Gummibund und ein zu enges Oberteil mit feinen Trägern, das meine Brüste überhaupt nicht supportet. Aber ich bin alleine, deswegen mag ich das so. Außerdem geht es niemanden etwas an, wie ich mich zeige. Ich will einfach sein. Einen Körper haben, der unkommentiert existiert. Außer die richtige Person macht mir im richtigen Moment ein Kompliment, das mag ich dann.

    Wie ausgemacht, lege ich das Handy gleich wieder weg und hole meine Gummistiefel aus dem Kasten, ziehe sie mir an und gehe wieder hinaus ins Freie, wo der Regen schwer und satt, lauwarm in meinen Augen brennt, wenn ich nach oben in den grauen Himmel schau.

    Kann sie sich jemals davon erholen, wie sehr ich sie mit Liebe überschüttet habe? Wird das all die zukünftigen Beziehungen und Bekanntschaften prägen, mit übertriebener Vorsicht und Skepsis verderben? Kann ich mir jemals verzeihen, dass ich mich darauf eingelassen habe, dass wir uns so auf einander festlegen?

    Ich habe meine Bildschirmzeit von 7 Std auf mein gestriges neues Minimum von 42 Minuten reduziert. Meine Zettel sind voll mit Notizen, Fragen, Wortfetzen, die ich irgendwann im Internet recherchieren muss. Recherchieren möchte.