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Muesumsinsel
your words
cutting through my lens
againwalking somewhere
pavement unevenunable to see
what you already told me
too many timesif i had a suitcase
would it still be black
or would you bee tryingchanging color
comes easy to you -
Erfundene Narrative
Ich schreibe dir omg hoffentlich fragt er dich wo d1 freundin ist und bessere im Text alle Ich auf Wir aus.
Ich schreibe weiter bitte sag dann ich bin auf 1 date mit J lol.
Davor habe ich geschrieben, ich freue mich, wenn ich am Bahnhof ankomme und ein langes Kleid mit Strümpfen und ohne Höschen trage. Im Text steht eine Dinnerparty.
Bei der Untersuchung ist dem Arzt zwei mal etwas von seinem Schreibtisch gefallen, ich bin mit meinem Kopf gegen die Zeit gelaufen und wir haben über unsere Berufe gesprochen. Er hat mir von einer Wurzel erzählt (die er mir dann nicht verschrieben hat, weil er vergessen hat, nachdem wir geplaudert haben).
Im Text steht ein Schwangerschaftstest.
J sagt zu mir, J würde gerne wissen, was passieren würde, wenn ich einen Mutterschaftstext schreiben würde. Vmtl wäre es unglaubwürdig.
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over my head
Wenn man uns sagen würde, wir sollten jetzt endlich mit erhobenen Händen rauskommen, würden wir beide sofort aufstehen, zugeben, was wir getan haben? Was haben wir nur getan! Ich habe eine Metallstange gegen meinen Schädel geschlagen, so lange, bis mein Scheitel aufsprang, das Blut sich den schnellsten Weg über meine Stirn suchte, aber selbst da habe ich nicht damit aufgehört, ich habe geschlagen und geschlagen und geschlagen und als ich sah, dass du mir genau gegenüberstandst, ebenso mit einer Stange in deiner Hand, und die roten Flecken in deinem Gesicht, auf deinen Armen, überall dort verteilt, wo meine Hände bereits waren, da machte ich weiter, immer weiter.
Hände hoch und rauskommen, höre ich über den Tag verteilt immer wieder, ich habe dich nicht verletzt, nicht mit der Stange, du mich nicht mit dem schweren Werkzeug in deinen Händen, wir haben es uns jeweils selbst angetan, haben unsere Integrität zerstört und währenddessen darauf geschworen, dass wir bessere Menschen sind, wir haben diese Welt zerstört, so wie wir sie uns davor mühevoll aufgebaut haben, ich habe einen meiner Steine auf einen der deinigen gelegt und dann hast du es nicht lassen können, einen noch viel größeren ganz oben draufgelegt, so ging das immer weiter, immer weiter, bis aus Steinen Mauern wurden, in denen nur noch wir beide einander verstanden, niemand sonst mehr an uns herankam, nur du und ich für immer, dachte ich, ich wollte alles größer bauen, weiter, ich würde auf die höchste Leiter steigen, um nie damit aufhören zu müssen, ich bin so oft gefallen, hart am Boden aufgeprallt, du warst viel öfter nicht da als an meiner Seite, ich erklärte mir deine plötzlichen Abwesenheiten damit, dass du nur vorsichtig sein wolltest, mit mir, es brauchte viel Fallen und viel Schmerz, bis ich erkannte, dass du ständig entschiedst, wann du hier sein würdest und wann nicht. Du hast ein Seilziehen aus uns gemacht, wer hat mehr Kraft, wer gibt schneller nach?
Einmal, da verfiel ich in eine von mir gestrickte Illusion, mir würde es nichts ausmachen, dass du schon so stark blutest, mir macht das nichts aus, denn wenn du vor mir stehst und weitermachst, dann kannst du nicht wo anders sein, das allein muss mir reichen, so würdest du noch ein bisschen bleiben, ob du hier sein wolltest, bei mir, oder nicht, war nicht mehr klar, alles verschwommen, verworren, nicht einordbar, vielleicht zwang ich dich ja auch nur dazu, oder du konntest einfach wirklich nicht wegsehen, nicht gehen, vielleicht hattest du ja nur Mitleid mit mir, was auch immer es war, es musste reichen.
Als ich da raus war, waren alle Gefühle urplötzlich weg, ich stand vor dir, fühlte nichts mehr, nicht einmal, als du versucht hast, mich noch einmal so anzulächeln, wie nur du es kannst, wenn deine Ohren sich nach oben heben, dein ganzes Gesicht strahlt, die kleinen Lachfalten rechts und links neben deinem Mund, deine Augen, die mir schon viel mehr erzählt haben, als du es jemals tun wirst, doch das löste jetzt nichts mehr aus, auch nicht die Qualen, die du mir zugefügt hast, nicht der Schmerz, ich ließ die Stange fallen, und sah dir einfach weiter zu, ohne mich zu bewegen, fuhr mir mit einer Hand über das rechte Auge, wischte etwas Blut raus, um besser zu sehen.
Du schlägst immer noch kräftig auf dich ein, ich sehe dir zu, für immer, ich stehe da mit erhobenen Händen, du kannst das nicht, in deiner rechten Hand die Stange, die linke lässt du einfach runterhängen.
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I wanna be your abject
J schreibt über das Wort – VOMIT
und ich versuche mich daran zu erinnern
wie oft ich lieber, als
Wir sitzen in deiner Wohnung. Ein Zimmer. Alles noch säuberlich verpackt. Eine Kochplatte. Um den Herd nicht zu beschmutzen. Drei Gläser. Ein Buch. Ein Bild. Von mir.
Wo der Rest denn sei, werde ich dich fragen.
Die Bücher, das Radio, die anderen, der Schrank, die anderen Töchter
Alles hast du weggeworfen.
Man möge sich vorstellen, wie viel Dreck man hätte, würde man sich nicht sofort allem entledigen, das nicht mehr gebraucht wird. Keinen Zweck mehr hat.
Ich stimme dir zu. Gebe dir Recht. Alles, was du sagst, wird mit einem Nicken beantwortet werden. Die Wörter gehen auf dem Weg verloren.
Wie es wäre dich jetzt zu berühren
VOMIT
Mit dem Fuß, deinen Fuß. Oder meine Hand auf deinem Kopf. Aber ich frage dich nicht.
Ich denke, du wärst vielleicht leichter zu erklären, in einer anderen Sprache:
When I was eleven years old
my father was in hospital
for breaking both of his legs
when drunk
and whenever I was there
a new woman came
to visit him
and I came to understand
that words cannot
create a single vibration
on earth
Jahre danach –
VOMIT
Wenn ich im Bett liege, wird das nicht mein Bett sein. Und wenn ich ihm begegne, werde ich mich durch die Augen einer anderen sehen.
Es wird eine Frage kommen, und der Raum wird die Fenster verlieren,
ich falle in ein Loch,
während er auf mir liegt,
und ich beginne zu verstehen
wie man durch
den eigenen Mund fallen kann
- und auch er wird mir
Hinterzimmer
gedacht als Alltagsmythos
WENN
ich entführe die Begriffe
in seine Bedeutungen
und beginne das Wort Bedürfnislosigkeit
zu werden
während ich an Bachmann denke –
(…)doch damals hörte ich zum ersten mal seine Stimme, ruhig, korrekt, auf einem Ton : Verzeihung. Darauf fand ich keine Antwort, denn das hatte noch nie jemand zu mir gesagt, und ich war nicht sicher (…)
und er mich fragend ansieht
Möchtest du etwas sagen, etwas sagen, etwas sagen
VOMIT
aber ich möchte diesen Mund nicht
verwenden müssen
um zu sprechen
ich möchte
VOMIT
ich möchte die Schlangen zurück
in die Haut
stecken
und Begriffe enthäuten
und mir die Erlaubnis geben
to VOMIT
to SPEAK
Wenn er mir eine Frage stellt:
Ich denke an die Idee
der Entstehung von Milch
und Sekrete
an VOMIT
Ich muss Hafenarbeiterin sein
und tätowiere
den Männern die Anker
auf
Unterarme
Aber niemand hat hier je den Atlantik
wenn seine Wörter in meine Ohren treten
fester, fester, fester
und meine Welt
für ihn
Theoriebildungen und verzweigte Wörter
wohnhaft
in Isotopien des Unsinns
hier bin ich
und entautomatisiere jedes Maxim
als
er mir den Körper hält
VOMIT
Und auch
der Körper ist mir
diskursiv
und konstruiert
Alles wird mir
Permanentes Konzept
Und dazwischen –
Liegt
alles was mir abschließbar ist
Nur niemals meine Deutungen
Nur niemals seine Wörter
It’s not that I don’t like the idea of milk
It just makes me wanna VOMIT
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tired of being human
I forgot if I am
a mermaid or a robot
feeling wet and connected
at the same timeI wrote 20 to-do-points on
4 post-its. how many did
I write on 1 post-it.if I answer your mail please do not
answer me back immediately
maybe in like 5 years would be fineotherwise it feels like all my work was for nothing
being back in the same situation as before
I have to answer you (we already had that it is no fun)I dreamed that the sea
will swallow me and
I could not swimmaybe this is all for the best
and I probably shouldn’t have watched
so much Buffy the vampire slayer when
I had Covid for the first time (2022)I am so tired of being human
the wind is so loud outside my windows
the monsters I choose are made of
jelly and candy flossI ate 2 eggs today now thinking I have to vomit
blubb
said the mermaid
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detached or content
my left heel hurts
every time I take a step
and sth cracks in my foot
in an irregularity
which makes it hard for me
to predict when it will
just hurt and when it will
alsoI am surrounded by stones
and have a jellyfish on my right leg
you know sth has changed
(it was always there but now it shows)
between us you know
I do not think I will come back
to you this time it hurts to much
to go this way againyou know I had to go from my heel
to my feels in like 10 seconds in this text
you know me and I don’t know
how to quote Adorno and what economists
do in their free time probably watching
netflix like the rest of usI get sick when opening my mails
I read that jellyfish are monsters
and that stones are ghosts -
new look
Ich würde hier gerne behaupten, dass du meine Muse bist. Ich weiß nicht, ob du dafür nicht mehr da sein müsstest. Und ob ich dann mehr über deinen Körper schreiben müsste.
Ich würde auch gerne an anderen Orten behaupten, dass du meine Muse bist. Aber ich kenne diese Orte nicht. Da wo Menschen sind, die ich mag, will ich es nicht behaupten, weil es mir peinlich ist, da wo Menschen sind die du magst, will ich es nicht behaupten, weil ich vor ihnen nichts über mich sagen will, das wahr ist.
Wenn ich dich sehe, dann freue ich mich. Wenn ich dich nicht sehe auch. Wenn ich an Orten bin, an denen dich Menschen kennen und dein Name nicht fällt, freue ich mich auch. Immer wenn ich sage, ich war bei dir, sagt jemand OH NO.
Die Haut in meinen Gesicht brennt, ich werde auch jetzt nicht über deinen Körper sprechen, manchmal bin ich mir nicht sicher, ob dir klar ist, dass du einen hast. Auf den Fotos, die ich dir schicke, ist klar, dass ich einen habe und was dir daran gefällt.
Ab jetzt werde ich immer das lange enge schwarze Kleid tragen, und mich Madame nennen lassen.
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now broken
carving names into candles
& glass that does not break
even when I throw itI could google how long
it takes a tea light to burn down
(but I guess it is like 3 hours or so
and I also do not really want to know)my chart says my moon is in pisces
(which is real bad I guess, bc
all the feels) and my ascendent is sagittariusthis makes me a real treat
the pen I used to carve the names
is now brokenhow special do you think you are
when you still think it was you -
thrive
I drank 2 aperol and lost myself in daydreams
I swam in icecold water
I opened myself up
I have decided something
I don’t know what it’s called
Something did get cold
Maybe it was my ability to thriveI came into a room, and someone told me
you were not supposed to be here
speaking out loud something many
have thought before
she was not supposed to be herehow did this happen
who let her slip through
Maybe I will climb something
Like a mountain or a building
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confusion
my text is condensed water
it befalls you, makes you wet
and sticky (I will not apologize
for being a fluid trap searching for surfaces
I can capture myself on)probably this is all
a misunderstanding a spiralthe words, the texts, the world
I am having problems finding into a formbeing concrete as a wall would be-
so you should hit me hard
slap me across my face or my ass
with your hand, with whips, with sticks
so I can materialize