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Am Ziel eingelaufen
Ich spreche den Namen Gilles Deleuze aus, er bessert mich aus und fragt, den hat J in den Text gebracht, oder?
Bei der Binnale geht Vivienne Westwood an mit vorbei. Ich schreibe Vivienne Westwood ist an mir vorbeigegangen, sterbi er antwortet das hat sie doch schon ich schreibe JA EH, es ist wie 1 Elvissichtung lol. Ich trage alle meine Miniröcke immer nur für sie.
Im polnischen Pavillon versuche ich Geräusche nachzumachen, aber es gelingt mir nicht. Am Sandstrand sage ich, ich würde ohne dich nicht schreiben, das stimmt.
Ich bin in allen Richtungen vom Meer umgeben. Ich mag das Meer nicht so. Es ist schon süß und riecht gut aber der Kaffee ist mir lieber.
Ich spreche noch weitere Namen aus, er wird mich wieder ausbessern. Ich werde trotzdem nicht aufhören.
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it is written
there is sth in my mind
watching the waves
and you think of sth blue
and I think of sth dark
so dark it draws you inand you close your eyes before me
because you do not want to see
how it’s getting dark while
you’re sinking inand I want to hold you but
every time I try my body melts
it is written in the waves
there is no way leftjust breathe, calm down
it already happened -
krank
Am liebsten fickst du mich, wenn ich krank bin. Dann liegt mein wehrloser Körper auf meiner Seite des Bettes und du stemmst dich auf deine Ellbogen, beschaust meine Rundungen unter dem Stoff, wie sie sich abgemagert in die Matratze drücken, und wirst hart. Dich macht das an, mein Ausgeliefertsein, meine mangelnde Energie, meine Schmerzen. Hören willst du nichts davon, vom Schmerz, ihn nur sehen und berühren und deinen eigenen in meinem ertränken, dein Leid an mich abgeben über deine Finger in mir und meine Lippen an dir.
Freiwillig lässt du mir Halstuch und T-Shirt, ich interessiere dich nicht, das Ich, das sich hinter dem Schmerz und unter der Kleidung befindet, das ist dir gleich. Es beschmutzt den Schmerz, nimmt ihm seine karminrote Farbe, seine Leidenschaft. Also schaust du nicht hin, wendest dich ab und stellst dir vor, dass ich vor Lust stöhne, meine Lippen verziehe, ja, ja, genau so. Du erwartest die Gegenleistung und ich gebe sie dir und du kommst in ein Taschentuch, das ich pflichtbewusst zwischen uns gelegt habe.
Am liebsten würde ich mich übergeben, aber ich habe Angst vor meinem Inneren.
Nach dem ersten Mal sage ich dir, dass ich das nicht gut finde. Dass du nur meinen Schmerz willst, das finde ich nicht gut, das lässt mich unbefriedigt zurück, das finde ich auch ein bisschen krank, so, da ist das Wort, an dich geheftet statt an mich, krank. Du zuckst mit den Schultern, siehst das nicht so, ich würde das ja nur wegen dem Schmerz so sehen, wegen der Mittel, die ja alles betäuben, auch meine Gefühle. Das denke ich mir, dass du dir vielleicht denkst, denn sagen tust du nichts. Nur Schulterzucken. Nur Nacht um Nacht in mich eindringen, meine Wunden zum Platzen bringen, meine Augen zum Tränen, meine Finger zur Gegenleistung.
Ich habe dich nicht darum gefragt.
Wir spielen das Spiel zwei Wochen lang und ich spiele mit. Dann nimmt die Dosierung meiner Schmerzmittel ab, dann kommt mein Gefühl zurück, dann willst du mich nicht mehr. Ich ziehe mein T-Shirt aus und du willst mich nicht. Ich ziehe meine Seidenstrümpfe an und du willst mich nicht. Ich liege im Bett neben dir und meine Rundungen dringen in die Matratze, voll und rund, und du willst gar nichts.
Du fragst mich nicht, aber ich sage es dir trotzdem: Ich habe mitgespielt, weil ich dachte, danach würde alles besser sein, ein bisschen wie früher, vielleicht sogar besser. Ich habe immer die falsche Karte gezogen, aber ich habe trotzdem mitgespielt. Ich habe immer verloren, aber ich habe trotzdem immer wieder mitgespielt. Ich habe immer wieder versucht, etwas zu retten, das nie zu retten war. Du zuckst mit den Schultern und drehst dich zur Wand.
Als ich das nächste Mal krank bin, lege ich mich auf das Sofa im Raum nebenan. Ich sage, zu deinem Schutz, und meine meinen.
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Der Zoo hat einen Graben
Sobald ich den Text lese, muss ich dir Bedeutung absprechen und sobald ich Text schreibe, muss ich dich mit Bedeutung versehen.
Wenn ich wegfahre und nicht weiß, wann wir uns wieder sehen, muss ich mich entscheiden, ob ich das aushalte oder nicht. Und wenn ich es nicht aushalte, was ich damit mache. Ich lese den Text.
But I was tired of the narrow shelter of the trench, firing from the safety of an unassailable position, and made this the whole point: I had to be doing something difficult and potentially wrong, in order for the project to somehow be right.
Kristian Vistrup Madsen, Doing Time – Essays on using People.Wenn ich sage, ich habe das über die Auseinandersetzung mit deinem Text gelernt meine ich, ich will in ihm sein, ich will in deinem Text sein, nicht als Figur, nicht als Name, nicht als eine Aufzählung. Ich will, als alles was ich bin, in diesem Text sein und mich darin auflösen und darin zerrinnen um als Flüssigkeit zischen allen Zeilen zu kleben und um alles an mir haften zu lassen was der Text hergibt und was er ausrichtet.
Wenn ich den letzten Satz sage, meine ich, ich will deine Geschichte bestimmen, ich will aus ihr heraus dein Ende bestimmen, weil das für mich eine Bedeutung hat. Weil alle deine Anfänge für mich eine Bedeutung haben. Und wenn ich den Text lese, ich diese Bedeutung wieder nehme und sie auslösche. Und wenn ich den Text schreibe und mir einen neuen Satz suche für eines deiner Enden, dann
schreibe ich dir diesen Satz nicht und sage dir
ROAR
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principles
showing you the door isn’t less
painful or difficult for me
I too am losing something
and maybe more than you
the difference is: it’s even
harder to realize I haven’t lost
anything, because there may
have been nothing at all to begin with
at the clinic whenever I lie
down eyes closed I am spinning
through space without knowing
the location of my head
you come to me in my
dreams, your tender empathy
and shaggy hair, here are splinters
I remember from something
I wrote for you:
es sind deine ungesunden augen
es sind deine herrschsüchtigen haare
es sind deine schelmischen zähne
es sind deine frühen falten um den mund
es ist deine fellwarme stimme
es sind deine hellhörigen hände
es ist dein verlegener bartwuchs
und nichts davon
nichts davon ist simpel
nichts davon ist dein
back then it left you speechless
and I just tried to write in a way
you wouldn’t deem too artificial
yes, I put it in a very simple way
es ist die verlockende form deiner grenze
es ist die gewalt in deinem ballonschlag
es ist deine verfrorenheit
es ist deine meinung
es ist deine schüchternheit
es ist deine begeisterung
es ist alles, was es auch woanders gibt
und nichts davon
nichts davon ist einzig
es ist alles mensch
I repeat it outside your
reading range, nobody
can reproach me with
using art to manipulate
someone, using poetry
to get the love I want
es ist einfach schön
es ist eine begegnung auf dem gang
es ist eine unverschämtheit
es ist eine maus namens frederick
es ist ein necken
es ist ein streiten
es ist ein halbierter piranha
es ist ein geständnis
es ist ein vergessen
es ist ein erinnern
und nichts davon
nichts davon ist es
you and your mixed signals
walking around with a blanket
around your shoulders like a ghost
or the royalty of homeless magicians
the villain of the story is
a mutual so-called ‚friend‘
whom I felt sorry for because
of his ugliness, so I didn’t want
to let it show how much he
disgusted me, both his body
and his behaviour
in the end, we all faked
peace, but I couldn’t
continue to pretend
there was nothing wrong, why
is this always my work to do
a one-sided silent expectation
as subtlety didn’t work,
I fought him off with
clearer and harsher words
before worse could happen
and he shot me looks
like he wanted to kill me for
refusing him, even though he
was the one who pushed me to this point
men like you and him always
forcing me to use the simplest
of expressions, not allowing
ambiguity or metaphors or
any kind of hermetic play
on words, limiting my poetry
so they can understand –
now I have to write this down
in a way others will later make
fun of with their editor friends
and still not get a word of what
I’m saying
he said I made him feel
like an abuser and I apologized
knowing that there are worse
men, but not knowing what
would have happened
had we been alone in this
building, what would he
have forced on me
I am angry with myself
for apologizing out of fear &
for the sake of our trio
for the sake of believing
in mankind, because in truth he is
a perpetrator unable to perceive
what others feel even if they tell him
afterwards still used as an audience
for his self-expression and validation
or an opportunity for revolting hugs
that were way too tight and suffocating
than anyone would feel
comfortable with, I decided
to finally cut ties
it meant letting you go too
because you are forgiving
with him but strict with me
and I believe you like indulging
in your misogyny sometimes
without feeling guilty for it
like he encourages you to
and that you sympathize with
him because you see yourself
reflected; not because you were
as repulsive, but because people
made you feel that way, so
for you, I am the bully in this
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The license to say it in my own words
in the privacy of a table
surrounded by negotiations
they are candidly yet
unprofessionally confessing
to the Swedish agent:
see, the publisher is an old
man and to be honest
he also behaves like one
so even though he wants to
make female voices heard
I can’t come around with
this kind of daring book, but
when we’re talking classics from
the 70s I might convince him
because he doesn’t feel
threatened by dead women
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Bremerhaven fehlt ein Tuntenhaus
hättest du nicht Hemingway gelesen, sondern
mir in die Augen geschaut, ohne mich malen,
ohne mich zeigen zu wollen
ich will für niemanden mehr Frau sein müssen
nur noch ein wicked Peter Pan
wenn er mich „Junge“ nennt, fühle ich mich
ich fühle mich, wenn ich allein bin, aber
jetzt auch unter Menschen
und seit J endlich auch beim Vögeln
aber zurück zu dir, ein letztes Mal
der Maler in Paris bleibt mein Geheimnis
„I know something about aesthetics“
ich denke an Melanie Aschenbrenner und
wie sie 2004 als besten Interviewpartner
genannt hat: „Nattefrost und die Bitte, seine
frauenfeindlichen Texte nicht persönlich
zu nehmen“, und dass das vermutlich auch
ernst gemeint war
auf dem Marduk-Konzert sehe ich ein blondes
Mädel mit pinkem Trenchcoat und Nattefrost-Patch
und denke an Melanie und wie sich die Zeiten
ändern, wie sich Black Metal ändert, wie sich
nichts ändert an unserem Geschmack für
solcherlei Männer
aber ich will Daniel Rostén nur ficken, solange
er sich im Dreck wälzt, als sterblicher Messias,
erniedrigt und essbar und auf dem Bauch,
auf dem Boden; Demut, männlich: Bodenschätze
meine Augen werden so
reich
the cemetery boys don’t say no
to their fate
Melanie, ihre Rezensionen, ihre Résistance
Melanie, als Musikjourno, mitten unter ihnen
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same lesson again?
ich würde
so viel
lieber rauchen
als husten
es ist schlecht
für mich
aber tut
mir manchmal
gutes holt
mich
raus und
wirft mich
rein
zugleichich spüre
den schmerz
in meiner
brust
und in
meinem hals
es kratzt
brennt
flimmert
etwas
liegt auf
meiner stimme
meine aura
wirkt verkümmertich würde
gerne von
mir sagen
dass alles
gut ist
endlich wieder
gut
ich bin okay
es gibts nichts
nichts (mehr)
das zwischen
uns stehtaber da ist
ein elefant
der gar
nicht so
unsichtbar ist
wie du glaubst
er steht
mitten im
raum
hat uns
immerzu
im augewenn du nicht
aufpasst
wird er
dich zertrampeln
es gibt tage
da wünsche
ich mir
genau
dasgerade tage
lassen mich
wanken
dir zuhören
und ich gebe
mein bestes
um dir wieder
zu vertrauen
an den
ungeraden
will ich in
die hände klatschen
sodass mich
alle ansehen
mir ihre
aufmerksamkeit
schenken
dann
spreche ich
es einfach
aus
stimmt gar
nicht
ich schreie
schreie es
rausvom elefant
kommt
tobender
applausich schalte
um auf
autopilot
wenn ich
es nicht
aushalte
deshalb
mag ich
rauchen
auch
scheint so
als würde
die zeit dabei
ganz kurz
langsamer
und schneller
vergehen
ein paradoxon
aber
zumindest
ein überstehenweinen
lässt sichs
wirklich
besser
mit rauch
in den lungen
und wenn
man feine
weißgraue ringe
in die luft
bläst
kann
man wenigstens
kurz so tun
als würde
man alles
ganz gut
im griff haben
so wie
die zigaretteich vermisse
es (dich)
aber ich
bin krank
liege mit
dem elefant
auf meiner
couch
er deckt
mich zu
wenn ich
ihn brauch
dann ist
er da
(du nicht)
ich will ihn
nicht in meiner
nähe haben
aber ich kann
auch nicht
mehr ohne
ihn
(du) -
Maschine, Junge
ich will doch nur jemanden, der
für mich denkt
für mich spricht
für mich ist
bei ihm hätte ich mich ganz
aufgeben können, aber
die Langweile
eine Freundin fragt mich, was
das Schlimmste ist, was je
jemand im Bett zu mir gesagt
hat; spontan fallen mir lediglich
die lächerlichsten Dinge ein
„Ooohh, Baby“ von jemandem, dem
ich zu müde war zu erklären, warum
mir bei einem Vers wie „fand Zuflucht
in ’nem Weiberschoß“ jede Lust vergeht
oder der, der beim ersten Mal: „Gott
kann dir jetzt auch nicht mehr
helfen“ – was haben sie
und ich darüber gelacht, schallend,
auf der Schaukel
ja, der war sehr zwanghaft, gab ich zu,
jedes Mal musste ich ihm sagen, dass
ich seine Hure sei und er alles mit mir
machen könne, was er wolle
jedes Mal
und ich habe es
so gesagt, als wäre ich wirklich
erregt, um auf keinen Fall
zu verraten, woran ich denke,
um meine Lust zu erhalten
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Nur falls du es wissen willst
Ich frage mich, ob Text wichtiger ist oder einer Autorin dabei zuzusehen, wie sie sich ihren BH richtet.
Ich frage mich, ob das raunen der Männer im Publikum ist, weil sie es nicht aushalten, dass es oft wirklich scheißegal ist, wer uns gerade fickt, oder ob noch einer dazu kommt der uns fickt, oder ob es mehrere gleichzeitig sind, die uns ficken und dass unser Liebeskummer nichts mit ihnen zu tun hat.
Ich frage mich, was mein Preis ist. Ich glaube, es sind mehr als 300 €.
Ich frage mich, ob Männer wirklich glauben, dass es möglich ist, dass sie eine Möglichkeit sind.
Ich frage mich, ob es wichtiger ist, sagen zu können WIR GRATULIEREN UNSERER AUTORIN oder der Autorin immer noch in die Augen zu schauen, obwohl sie schon bemerkt hat, dass sie dabei beobachtet worden ist, wie sie sich den BH gerichtet hat und sich die Person dazu entschieden hat, nicht entschuldigend wegzuschauen, sondern weiter zu starren und die Autorin wissen zu lassen, dass sie dabei beobachtet worden ist, wie sie sich den BH gerichtet hat.