-
thrive
I drank 2 aperol and lost myself in daydreams
I swam in icecold water
I opened myself up
I have decided something
I don’t know what it’s called
Something did get cold
Maybe it was my ability to thriveI came into a room, and someone told me
you were not supposed to be here
speaking out loud something many
have thought before
she was not supposed to be herehow did this happen
who let her slip through
Maybe I will climb something
Like a mountain or a building
-
confusion
my text is condensed water
it befalls you, makes you wet
and sticky (I will not apologize
for being a fluid trap searching for surfaces
I can capture myself on)probably this is all
a misunderstanding a spiralthe words, the texts, the world
I am having problems finding into a formbeing concrete as a wall would be-
so you should hit me hard
slap me across my face or my ass
with your hand, with whips, with sticks
so I can materialize -
Die Kontamination der Aussage durch meine Äußerung
Fragen nach Befindlichkeiten
sind unstopfbare Löcher
und immer ein
Mehr, Mehr, Mehr
davon
Die Wut
hat mir die Wörter begrenzt
und bewegt meinen
Mund
in repetitiven Mustern
als Laute
Alles ist gut, gut,gut
und über andere
Körper
als ich zum letzten Mal
meinen Vater sah
fühlte ich wie man mir
das limbische System
hinaus schießt
und Fetzen davon
in der Luft wirbeln
Als rosarote Watte Welten
in denen er mich gebetet hat
nachträglich
in der Erinnerung, als
leicht formbare Masse
habe ich aus den Worten
Decken geknüpft und über mich geworfen
Der groteske Leib kann nicht anders als eine groteske Sprache erzeugen
und ich drehe die Positionen im Raum,
im Kopf
wie ich möchte:
Ich falle ihm ins Wort
Ich befehle ihm zu schweigen
Ich fand ihn schon immer sterblich
und keines Abschieds würdig, nach keiner Umarmung
Die Wut
reißt mir alle Tabus nieder
substituiert IHN beliebig
und legt meine Wörter
sanft aus
dort wo-
mir kommt schon längst
das große Kotzen
ein Kind, das seine Eltern zu früh verschlungen hat und sich nun ganz allein Angst macht. Es gibt alle Gaben, alle Objekte wieder von sich und erbricht sie. (Kristeva)
Hier –
ich zerdrücke ihm den Kopf
und heraus fallen nur
schlecht gezimmerte
Versionen
von mir
die es nicht geben kann
Denn
alles ist immer gut
und ich bleibe unberührt
IM
Damals-
morgens,
er hat mir Bier angeboten
und stille Entschuldigungen vorgetragen
er hat sexuelle Lustempfindungen
gegenüber Minderjährigen
geäußert
und mich nicht Schritt halten lassen
Heute –
Die Wut hat meine
Sprache verlernt
aber trägt
gut geschminkte Augen
und entpuppt sich als
lange kuratiertes
Nude
Oder wenn ich bei ihm bin:
Ich bin kein Objekt, das er denken oder imaginieren kann.
Ich erlaube ihm, eine mehr oder weniger große Autonomie oder Distanz zu gewinnen.
Für ihn
ich bin –
das radikal Ausgeschlossene, das Verworfene, welches das Ich in jene Zonen mitreißt, in denen der Sinn zusammenbricht
Und ich werde mir erlauben ein Abjekt zu sein
If you let me be angry
-
Der Fremde
Der erste Fremde in meiner neuen Wohnung ist der Handwerker. An einem sonnigen Herbstnachmittag passt er mich vor der Haustür ab.
Er habe ja angerufen, da hätte ich gesagt, ich könne nicht früher.
Ich bejahe.
Ja, das versteht er ja.
Ich danke.
Aber er war halt schon da.Ich schaue auf meine Armbanduhr und bedauere die Firma nicht, die Arbeiter anstellt, die eine Stunde an einem sonnigen Herbstnachmittag vor verschlossenen Haustüren sitzen.
Ich entriegle die Gebäudetür und wir treten von der Sonne in die graue Stiegenhausluft.Er war ja schon da.
Ich wiederhole, ich konnte nicht früher.
Er versteht das ja.
Ich sage nichts.Ich sperre meine Wohnung für ihn auf, den Handwerker, und für seinen einen Koffer.
Hätte er sich ausweisen sollen? Weisen sich Handwerker aus? Wie würde er seine Handwerkskunst bezeugen, seine Aufgabe mir versichern?
Ich bitte ihn herein. Ich gehe vor ihm durch die Küche. Ich gehe vor ihm ins Schlafzimmer. Ich habe keine Zeit, meine Wäsche aus seinem Blickfeld zu räumen. Er war ja schon da. Er hatte ja schon Zeit. Ich nicht.
Ich zeige ihm das Objekt und wie ich die Rollo angebunden habe, an der Fensterklinke, damit ich doch ab und an ein paar Sonnenmomente hier habe.
Er steht davor und schaut mich nicht an.
Ich habe keine Leiter.
Kein Problem, er hat alles im Auto.
Er geht, durch mein Schlafzimmer, durch die Küche, aus der Wohnung.Wie überprüft man einen Handwerker? Wie überprüft man ein Auto? Einen fremden Koffer? Wie prüft man ein fremdes Leben?
Am Küchentisch lege ich meine Tasche ab, setze mich an den Laptop, beginne meine Arbeit, die ich wegen ihm, für den fremden Handwerker, unterbrochen habe.
Es klingelt und ich entriegle die Gebäudetür, diesmal aus der Ferne.
Beim zweiten Eintreten streift er meinen Bambusvorhang mit seiner Leiter, das macht nichts, sage ich, ist ja noch alles dran. Ich kann nicht ausmachen, was er antwortet, lächle beständig, setze mich an den Tisch. Er geht ins Schlafzimmer. Wenn er etwas braucht, er kann sich ja melden.Durch die uns trennende Wand höre ich ihn hämmern, klopfen, schlagen, und die Wände schlagen zurück.
Hätte er sich ausweisen sollen? Woher weiß ich, dass er der Handwerker ist? Woher weiß ich, dass er überhaupt etwas ist, hinter der Wand? Wer ist dieser Fremde in meinem Zimmer, neben meiner Wäsche, an meiner Rollo?
Er ist jetzt fertig.
Schnell war das.
Ja, aber ein Loch ist jetzt da, weil das alte Modell von früher, das gibt’s nicht mehr.
Ist okay.
Er könne es zumachen.
Ich rufe schnell die Vermieterin an, kurz warten bitte.Hast du mich gerade beschimpft?
Wie, was?
Na, du hast mich gerade einen Trottel genannt?
Wie, nein, wieso? Wie kommen Sie darauf?
Ja, wieso würd ich mir das einbilden, wieso würd ich das hören?
Ich weiß nicht, ich habe nichts mehr gesagt.Ich sage nichts.
Warum hab ich das dann gehört?
Ich sage weiter nichts.
Fühle mich deplatziert.
Fühle mich verraten.
Vom Handwerker.
Vom Fremden in meinem Schlafzimmer.Du hast doch noch was gesagt.
Nein, hab ich nicht.Ob er einen Besen haben könnte.
Ja, aber ich kann das auch selbst aufwischen.
Ob ich hier unterschreiben würde.
Ja.
Ich unterschreibe.
Ich sage danke.
Der Handwerker trägt die erste Box aus der Wohnung.
Der Handwerker trägt die zweite Box aus der Wohnung.
Der Handwerker trägt die Leiter aus der Wohnung und streift den Bambusvorhang nicht.Hätte er sich ausweisen müssen? Hätte ich nicht unterschreiben sollen? Wer war der Fremde in meiner Wohnung?
Ich sperre meine Wohnungstür für ihn zu und fange an zu putzen.
-
h e r a u s g e w u n d e n
hast du mich da, wo du mich haben willst?
weißt du, dass es mich mal nur ganz anders gab?
weißt du, dass ich zugelassen habe – und zulassen werde?
(was würdet ihr denken, wenn ihr davon erfahren, wenn ihr davon wüsstet)was könntest du jetzt noch aus mir bauen? formen? meine haut bereits zu kalter skulptur erstarrt, wie man mich ver-, gelassen hat. wie ich mich – herausgewunden. so dass du mich nie mehr finden konntest – gedacht. und doch. ich habe dich gesehen, ganz nah an mir dran. ich musste dich, musste wieder für dich sein, alles für dich sein. meine überraschung, dass du überhaupt noch lebtest. und doch. alles wie früher. mehrere körper, mehrere bisse ins eigene fleisch, um das zu ertRAGEN.
dann abbruch, ich muss da weg. ich kann mich nicht aufhalten. und doch. ist es alles was ich will. dass ich dort bin, wo du mich haben magst. dass ich mich innerlich entfernen kann, dass ich routinen und abläufe abspielen kann, dass die körper das machen, dass ich weggehe, mich irgendwo verkrieche, wo niemand mich finden kann, wo niemand an mich herankommt, wo ich mich auflösen kann, mich im dunkeln selbst nicht mehr wahrnehme, nicht finde, keine suche beginne. ich will da hin. ich denke, ich muss dahin zurück. zwischendurch denke ich das. ich sehe es klar vor mir. ich quäle mich damit, dass ich es nicht kann. ich wünschte ich würde beherrscht. um alles loszulassen. was ich nicht länger zu ertragen bereit bin.
ich weiß noch damals als ich dieses eine ganz bestimmte zeitschriften cover angesehen habe und wie es seit dem innerlich in mir geweint hat. ich weiß, dass ich fast soweit bin zurückzukehren. ich weiß dass es ein fehler ist. ich weiß dass ich es nicht tun darf, dass ich mich herauswinden muss, aus den körpern, aus mir, aus allem sich in die quere stellendem. und das bedeutet die hand gegen mich zu erheben, das bedeutet es ganz sicher. wenn du mich jetzt sehen könntest – du würdest mich mitleidig anschauen und leise auflachen und deine arme öffnen und deinen körper ausbreiten und mich auffordernd anschauen. und mich zu dir einladen. und ich würde hingehen. ich würde in dich hineinfallen, in dir versinken, in deinem arm, von deinem körper, eingenommen werden, langsam verschwinden. bis du mich mitnimmst und ich aufwache, irgendwo anders, nicht weiß wer und wo ich bin. ich würde die augen wieder schließen, es bringt ja doch alles nichts. und es würde weitergehen. ich sähe dein gesicht vor mir, in gedanken sähe ich es, ob du gerade da bist weiß ich nicht, ich weiß kaum etwas, ich weiß, dass ich noch nicht im sterben liege, aber dass du mich schwächer gemacht hast. ich würde nicht wissen wie viel zeit vergangen – ich würde wissen: ich bin wieder da.
hast du mich also wieder da, wo du mich haben willst?
-
Stellplatz
Der Filmregisseur sagt Ich habe eine seriöse Anfrage für Cannes. Ich frage Was ist eine unseriöse Anfrage für Cannes? Der Filmregisseur dreht sich um und fragt den Sänger, wie es ihm geht.
Ich rauche weiter.
Auf dem Dach fragt der Filmregisseur den Schauspieler ob er bei seinem Regiedebüt am Theater mitmachen will. Der Schauspieler sagt Aber du weißt, eigentlich bin ich kein Schauspieler. Ich frage Braucht ihr eine Mediatorin? und gehe aufs Klo.
Zu einem anderen Zeitpunkt sitze ich an einem Tisch an dem sich drei Autoren realpolitische Begriffe vors Gesicht kotzen. Ich schriebe J, ich vermisse S. Die Ampel blinkt.
-
TOO SENTIENT
Yesterday my psychiatrist diagnosed me
and doubled my dose
I think about roller coasters and
people in marrying them
she tells me –
You should not feel like that
The first time I met my father
I realized a shift in the universe
and an irreversible body of femininity being formed
He once gifted me with a guinea pig
and it was killed by a cat
Since then, the only animals I don’t detest
are cats
My psychiatrist tells me
that she isn’t able to categorize
what’s the chicken or the egg
in this story
A guy I sleep with once made fun
of flashbacks
while I had a flashback
Maybe I should tell him
The last time I met my father
I felt my brain being shot out
and I could see
pieces of my limbic system
freely floating through space
He wanted to hold me like a baby
I’ve let him
I am being told
that I have no boundaries
I want to be a poem
or melt into another person’s body
The person I sleep with
has not yet been given
a role in this story line
but I think about
the absurdity of airplanes
and how the word resilience
is used for living and nonliving objects
I identify
as insane
but my psychiatrist tells me that my actions
are justified and logical
Being told what I don’t want to hear
will cost 160 Euros
and cause an unidentifiable emotion
in my entire system
-
space boi
Heute ist lunar eclipse. Ich werde mit J Mondwasser trinken.
Tell me how to stop dreaming about you
Ich sage Ich sage Ich sage
ETWAS
Es kommt alles zu den Enten zurück
Ich will immer nur neben dir gehen und mich an deinem Arm festhalten und dabei an den Mars Rover denken
Eine andere Person stellt dir Fragen
Ich traue mich noch nicht
-
SPIDER WEBS and SHIVERS
Ich hätte das Datum verwechseln können und
niemanden eine Absicht dahinter erkennen lassen
oder
schwören eine Liste an arbiträren Wörtern nicht mehr
auszusprechen und
es nie mehr benennen können
oder
etwas in den Raum werfen
das Bestand hat und
mich damit erkennbar zeigen
einen Satz
einen Hammer
oder
eine plötzliche Angst vor unbestimmten Nahrungsmitteln
entwickeln
oder
wenn er wegsieht das Blut wegwischen
oder
mit der Hand gegen sein Gesicht drücken
oder
die Muttermale am Rücken zählen
und immer auf eine andere Zahl kommen
oder
mit dem Mund ein Bild von mir malen,
das immer nur die Ränder koloriert
und weiße Fläche bleiben
oder
den losen Faden des T-Shirts
wie ein Spinnennetz um mich wickeln
und ersticken
oder
statt zu sprechen
den Hals zudrücken lassen
und hoffen dass er kommt
oder
mit blauen Flecken davon kommen
und
den Kaffee austrinken
um den Satz zu lesen
nur war hier nichts
oder
in den Mund des anderen
elektrische Stöße atmen
oder
hinter jeder Erschütterung
ein Erdbeben vermuten
oder
eine unhörbare Entschuldigung
aussprechen
dafür keine andere zu sein
oder
das Spinnennetz in Hand zerdrücken
damit etwas haftet
Ich hätte niemals das Wetter ändern können.
“It hurt us both to realize that I couldn’t change the weather with my arms.” (M.G)
-
Mariatrost
Ich versuche deine Bildschirme auszublenden, wenn wir uns sehen. Aber du legst sie mir auf die Augen.
Ich habe für dich einen Riss in meinen Bildschirm gelegt. Er wird immer größer. In ihm verschwimmen alle Farben.
Ich fülle dein Gesicht mit süßen Kätzchen und Sätzen in denen das Wort pookie nicht vorkommt.
Wenn ich meine Augen zu mache, sehe ich dich auf einem Bildschirm auf dem auch manchmal das Wort RISSE steht.
Ich werde mir meine Haare nie wieder rot färben können.