• Instrumental

    Ich schreibe weiter am Lexikon der unausgesprochenen Wünsche. Du schreibst weiter an deinen poems und setzt deine Unterschriften auf unendlich viele leere Zeilen. In meiner Dokumentenmappe werden sie nie landen. Du hast die Unterlagen aller Vorfahren schon bei die versammelt.

    Es folgen Absagen, wegen Schmerzen, wegen Unruhe, wegen Qualität.

    Ich habe nur noch ein Sommerkleid
    Ich habe nur noch eine Kopfwehtablette
    Einen Schlüsselanhänger und einen Picknickkorb
    Ich will nicht einfach nur verschwinden
    Ich will
    Dass man mit den Augen rollt Und mich vergisst
    (Lea Schlenker, 2023)

    Ich wüsste schon, was auf meiner Haut stehen müsste, wenn wir eine Band hätten. Haben wir aber nicht.

    Das einzige, was ich kann, ist Klavierspielen.

  • you at the doctors

    I am always
    going to find
    better

    you are still
    questioning
    if you
    can

    I could tell you
    it was me

    I will not
    break the spell

    all while
    you now
    paint your nails

    thinking about
    how you`ve
    changed

  • Ja bin ich

    Der Ausfluss hat aufgehört.

    Ich könnte noch einen Abstrich machen lassen, um zu schauen, ob es wirklich vorbei ist, ob alles weg ist, aber dann müsste ich

    Ja, ich bin Angspatientin

    Ich kann mir der Termin nicht selbst ausmachen, ich kann auch nicht alleine hingehen. Jemand muss neben mir sitzen, wenn ich dir Tropfen trinke.

    Schnell runter. Wie Tequila.

    Ich habe mit 13 das erste mal.

    I’m not catastrophizing
    Everything’s derailing
    Was only tryna hold you close
    While your heart was failing
    It’s not internet illusions just
    (Sabrina Carpenter, 2022)

    Das Antibiotikum, sechs Tage, nicht oral.

    Kein Geschlechtsverkehr in dieser Zeit.

    Trotzdem. Oral.

  • Sparschiene

    Ich schreibe dir Ich wünsche mir von dir, dass du dich bei mir einmischst. Und das stimmt auch. Ich will dich drinnen haben. In allem. Ich will ein Zugticket kaufen und ich will ein Hotel buchen. Ich will an einem Ort sein, ich will an irgendeinem Ort sein, ich will neue Koordinaten hinschreiben können, unsere Karte ist noch zu klein für mich.

    Ich will mich verstecken können. Ich will unter Steinen liegen können. Ich will an der Kante sitzen können. Ich will in anderen Sprachen betteln. Ich will englisch, ich will polnisch. Ich will ohne google translate. Ich will keine Verbesserung. Ich will den Zustand. Ich will Teil des Museums. Ich will Teil der Ausstellung.

    Die Fragen Wie geht es dir? und Wie war deine Lesung? bleiben unbeantwortet.

  • i bite

    ich bin ein getroffenes tier. du steckst mir im fleisch, mit widerhaken, schmerzt nur nicht, wenn ich ganz still stehe, lächelfratze, kleine witze für dich mache. mir ist nicht mehr zum lachen, mir ist zum wunden schlagen, mir ist zum reißen, zerfleischen.

    auf meinem shirt: i bite. du tippst mir arglos an die brust. alles nur ein joke für dich.

    ich zähl die strikes. scan die neuralgischen punkte. tipp tipp. mach nur weiter…

  • Diese Nachricht wurde gelöscht

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    Und du weißt es.

    Blaue Kartoffeln. So nannte mein Theaterlehrer in der Schule kunstvollen Spiel, dass Kleinbürger*innen nicht verstehen werden.
    Blaue Kartoffeln hatte er seiner Mutter gekocht. Sie blickte sie an. Sagte: das kann ich nicht essen. Wieso sind denn diese Kartoffeln blau? Nein, das kann ich nicht essen.

    You know how you hypnotize me
    Always
    You know…

    Lowkey peinlich.
    Ich bin mir lowkey peinlich. Eigentlich highkey, aber das sagt niemand außer mir.
    Peinlich. Vom Schmerz. Pein, pain.
    Ich bin mir Peinlow wenn ich dir schreibe.
    Muss ich schon zugeben.

    Blau heißt auf polnisch niebiesko. Also wären Blaue Kartoffeln niebieskie ziemniaki. Blau heißt auf polnisch himmlisch. Nur der Himmel beherrscht das Blau.

    Ich sehe, ich sehe, ich sehe immer noch. Du hast mich gelesen.
    Ich würde mich als Dichter freuen.
    Ich bin auf Read und hasse es.

    Dieser Haken ist einfach Blau. Umd ich bin mir Peinlich.
    Du hast mich gesehen.
    Ich bin geblieben. Ich wünschte es würde hier Pfeffer wachsen. Er passt zu himmlischen Kartoffeln. Du hast es gelesen und ich weiß es. Peinlich.

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  • Die alten weißen Frauen der Kultur

    Die alten weißen Frauen der Kultur hassen Männer, sind aber mit welchen verheiratet; diese sind nicht unbedingt weiß, aber immer Patriarchen mit feministischem Anstrich. Der Ehemann der alten weißen Frau der Kultur ist ein großer Emanzipator, er unterstützt seine Frau und betont bei jeder Gelegenheit ihre Unabhängigkeit und sein Sexismus ist so subtil, dass Außenstehende sich oft einreden, ihn nur missverstanden zu haben.

    Die alten weißen Frauen der Kultur treffen sich manchmal gemeinsam mit ihren Männern und dann sind es die Männer, die den alten weißen Frauen der Kultur eine Daseinsberechtigung geben durch ihre Anerkennung, sie dürfen ja fast alles sagen, das machen die Männer deutlich, indem sie sie dafür loben, und wenn sie sie im Zaum halten wollen, zeigen sie durch kleine, kalte Gesten ihre Abschätzung, ihre Missbilligung. Die alten weißen Frauen der Kultur schweigen; wissend, dass sich nichts ändern lässt und ihre Männer ihren Unmut nicht verstehen werden. Aber es ist nicht ganz so schlimm, denn die Männer der alten weißen Frauen der Kultur sind nicht ganz so schlimm wie die meisten Männer.

    Die alten weißen Frauen der Kultur haben Angst vor der Lesbifizierung; sie denken, Medien und Gruppenzwang drängen junge Mädchen dazu, eine beinahe romantische Beziehung zu ihren Freundinnen zu pflegen. Sie sind empört oder angeekelt, wenn sie Körperlichkeit zwischen jungen Frauen beobachten, die sie zwingend für unecht halten. Die alten weißen Frauen der Kultur wollen ihren schwulen Freunden, die sie als Alibi für ihre Toleranz gebrauchen, sagen: „Je älter ich werde, desto menschenfeindlicher werde ich“, und sagen stattdessen: „desto homophober“. Das hat nichts mit Freud zu tun; die alten weißen Frauen der Kultur haben einfach aus dem Lateinischen abgeleitet statt aus dem Griechischen.

    Die alten weißen Frauen der Kultur sind schnell beschämt und ist ihnen etwas peinlich, werden entweder halbweinerliche Geständnisse abgelegt oder sie werden giftig. Denn die alten weißen Frauen der Kultur möchten keine Fehler machen. Die alten weißen Frauen der Kultur sind gut darin, spitze Bemerkungen fallen zu lassen und hervorzuheben, was sie alles gleichzeitig machen, was sie alles gleichzeitig können; unberührbar schweben sie auf einer goldenen Wolke, aus der goldene, stechende Blitze schießen.

    Die alten weißen Frauen der Kultur sind gut betucht und wollen es gleichzeitig nicht wahrhaben und wollen auch nicht, dass andere das sehen. Die alten weißen Frauen der Kultur haben jeden Bezug zur Realität derer verloren, die nicht denselben Status haben wie sie. Die alten weißen Frauen der Kultur reden, als ob alles, was sie tun und haben, für jede:n möglich wäre. Die alten weißen Frauen der Kultur haben sich das alles erarbeitet, sie haben sich das alles verdient, Erbschaften oder das Einkommen ihrer Männer haben selbstverständlich keine Rolle gespielt.

    Die alten weißen Frauen der Kultur wollten keine Kinder, haben sich aber von ihren Männern, die sich selbst ein Denkmal setzen und sich unsterblich machen wollten, dazu bequatschen, sanft erpressen, unter liebevollen Druck setzen lassen. Die alten weißen Frauen der Kultur reden sich ein, dass ja immerhin alles nach Verabredung lief, nur ein Kind, und der Partner hat seinen Teil der Abmachung gehalten und sich mindestens zur Hälfte um die Erziehung gekümmert. Die alten weißen Frauen der Kultur stecken viel zurück zugunsten ihrer Männer und Kinder, und diese merken es nicht einmal.

    Die alten weißen Frauen der Kultur haben Söhne, die sie feministisch erziehen wollten, aber die den Egoismus der Väter und die Misogynie der Gesellschaft tief in sich aufgesogen haben, wiewohl sie sich als bildungsbürgerliche Sprösslinge für immun gegen jeden Einfluss halten, dem sie doch so offensichtlich erliegen, in Gedanken, Worten und Werken, bei Influencern, Imageboards und Gruppenchats. Die alten weißen Frauen der Kultur wissen nicht, was ihre Söhne für frauenfeindliches Gedankengut unter dem Mantel der Kritik bejubeln und sie wollen nicht wahrhaben, dass ihre Söhne eigentlich narzisstische Unterdrücker sind. Sonst müssten sie die bittere Erkenntnis treffen, dass sie sich mit ihren Männern auf ebensolche manipulativ geschickte Exemplare eingelassen haben. Diesen lassen die alten weißen Frauen der Kultur das letzte Wort, weil sie müde sind. Aber in ihrem Innern, da sind sie ganz bei sich.

    Die alten weißen Frauen der Kultur verteidigen eine Menge stereotypischer misogyner Anfeindungen mit dem Wunsch, kritisch zu wirken. Sie wollen zeigen, dass sie nicht alles gutheißen, nur weil es von weiblicher Seite kommt oder mit Feminismus in einen Topf geworfen wird, und meinen es manchmal etwas zu gut mit diesem Bestreben. Die alten weißen Frauen der Kultur müssen sich ständig vor Männern unter Beweis stellen. Sie sind nicht wie andere Frauen, sie sind gebildet und sie sind freier und sie wissen genau, mit welchem Kleidungsstil oder welchem Verhalten man sich als Frau versklavt.

    Die alten weißen Frauen der Kultur sind sehr rigide in ihrem Weltbild, in ihrem Schwarz-Weiß-Denken und in ihrer blinden Ablehnung all dessen, was ihre unbestrittene Überlegenheit infrage stellt, und sei sie auch nur anatomisch begründet. Die alten weißen Frauen der Kultur schreiben über Djuna Barnes und Gertrude Stein, wollen aber auf keinen Fall, dass das Wort „heteronormativ“ im Klappentext vorkommt, da sie der Meinung sind, es erkläre alle Heteropaare zu Bösewichten. Die alten weißen Frauen der Kultur haben nicht verstanden, was das Wort beschreibt. Die alten weißen Frauen der Kultur wollen auf keinen Fall, dass in ihrem Buch gegendert wird. Die alten weißen Frauen der Kultur schimpfen auf „Identitätspolitik“, dabei verstehen sie jede Anzweiflung des binären Sytems als Angriff auf ihre Weiblichkeit, über die sie sich ausschließlich identifizieren. Die alten weißen Frauen der Kultur wollen einen Orden und ein Krönchen dafür, dass sie eine Gebärmutter haben.

    Die alten weißen Frauen der Kultur wollen mich unterstützen. Das kommt mit einem Preis. Die alten weißen Frauen der Kultur wollen, dass ich eine Frau bin, dass ich ihre Tochter bin, dass ich ihnen dankbar bin. Die alten weißen Frauen der Kultur wollen meine Bestätigung, dass sie gut sind, dass sie moralisch einwandfrei sind, dass sie alles richtig gemacht haben. Die alten weißen Frauen der Kultur wollen eine Beichte ablegen. Die alten weißen Frauen der Kultur interessieren sich nicht wirklich für meine Meinung.

    Die alten weißen Frauen der Kultur sind so bedürftig und so verletzt. Sie sind mit Frauen strenger als mit Männern. Die alten weißen Frauen der Kultur sind verbittert, weil sie all ihr Leben dafür gekämpft haben, anerkannt zu werden und diese Anerkennung nach wie vor vergeblich von Männern suchen, weil sie sie sich nicht selbst geben können. Die alten weißen Frauen der Kultur sind wütend auf Menschen ohne Gebärmutter, weil sie nie bluten mussten, nie ungewollt schwanger waren, nie Geburtsschmerzen erlebt haben. Wenn nicht mal diese Tapferkeit gewürdigt wird, ist sie umsonst. Die alten weißen Frauen der Kultur wollen den Status Quo erhalten, da ihr Leiden sonst nichts mehr wert ist. Die alten weißen Frauen der Kultur gönnen jüngeren Generationen nicht, mehr Freiheiten zu haben. Die alten weißen Frauen der Kultur wollen nicht sehen, dass Diskriminierung und Gewalterfahrung einen nicht zwingend zum besseren Menschen macht, sondern in vielen Fällen unschöne Spuren hinterlässt: Verhärtung, kompensatorische Hybris, Kontroll- und Herrschsucht, der tiefe Glaube, andere verurteilen und abwerten zu müssen.

    Ich verstehe, ihr alten weißen Frauen der Kultur, das Überlebenwollen droht uns zu verbiegen. Ich sehe eure Erschöpfung und eure Wut. Ich sehe eure Leistungen. Ich hasse dieses versöhnliche Pathos. Ich möchte mich nicht euren Erwartungen unterwerfen, noch eurem Blick auf mich. Ich möchte, was von euch in mir steckt, überwinden können, sofern—

  • my pirouettes for her

    I have to tell you a secret
    are you all listening closely
    the story goes like that

    I am just a masochistic girl
    and I really really love
    kneeling in front of my
    girlfriend or doing
    pirouettes for her

    every time she says
    spin around my fav doll
    I let our world swirl
    and leave every thing behind

    you see I long for her,
    for humiliation and
    for my cheeks blushing
    under her touch

    so every time I give up control
    I give her everything
    you know now this is my secret
    and this is how the story goes
    as the masochistic girl I am
    that all I long for is
    lying at the feet of my girlfriend
    and being hers

    for ever

    and if any guy wants me now
    he can only do me with her approval
    asking her for my body (& hand)

    and yeah this can be fun for an hour or so
    (& then it will bore me to death
    if she is not watching my every move)

    and so I still I will only do
    my pirouettes for her

  • The myth of love, or: Peter Pan on the dole

    Merry Christmas,

    you’re an alcoholic.

    brag about it,

    after flirting with all of the female neighbours next

    door while praising me at the same time

    you leaned so heavily on me, I half

    carried you home, brought you to bed, undressed

    your drunk body and put you in your

    PJs

    does that sound like a grown man

    I do not care as long as you keep streaming

    down the hollow of my spine

    like always, you mumbled

    nonsense close to reality, flotsam phantom, close

    to the truth, you missed your wife, forty-year-old

    widow that you were, a brilliant ghost

    like all your exes—remarkable

    women: artists, marine

    biologists, literature professors, and

    two had even died

    you were always in love with everyone

    all of us beebs; a permanent crush

    on a friend whose teeth were—was it crack

    or crystal? anyways,

    her smile was rotten and she dated

    horribly stupid men, she liked

    to read, was blond and despite

    the drugs and her age: a girl, somehow

    I could never keep up, I wasn’t meant to

    a driftwooden dream – that’s what I’ve been to your shores

    a waif on the seaside of slumber

    that’s where my sunset gun misfired, the days

    a mix of TV, liqueur, jealousy and you showing off

    your DJing skills to me—I was your audience, I

    always am, but the audience is

    a fickle mistress on the way to Tesco

    don’t worry, I’ll destroy you later

    your mind a wreck whose planks I used to cover

    a bursting ship I carry far from home

    you kept stalking me for years after, writing

    MY FULL NAME on the internet all the

    time, romanticising our past

    relationship, basking in the glow of my

    halo, because you

    deemed me special, and we know

    you prove your worth to the world by the

    partners you adorned your CV with; their

    education, looks, and laurels

    it’s a cliché, but so are you

    see I was happy when we stumbled

    into adventures; you always had to

    spoil it by judging my behaviour as weird & once

    you gave me the feeling I was sadistic for

    photographing a field full of dead bunnies, maybe

    no one could be as good as you

    thought you were

    I won’t deny how alluring and complex——but imagine

  • gif

    Ich frage dich nach einer room tour. Du schickst mir ein Video.

    Das ist mein neues Lieblingsvideo

    Weil du so cute bist

    Du sagt mir nie, dass irgendetwas von mir dein Liebling ist.

    Ich will deine Lieblingsslut sein

    Ich wünsche mir, du erzähltest mich wie ein meme.

    Du weißt den Titel nicht, du kennst den Inhalt nicht. Du nimmst meine Hand. Ich habe schon so lange nicht mehr Händchen gehalten beim gehen. Es stört dich nicht if I get attached. Ich folge dir in jedes Spiel, ohne Rolle, ohne Seile, ohne Haltung. Ich zerfalle um in deiner Hand nicht flüssig zu werden.