• dankbarkeit

    die täterpersonen thriven
    und ich kann dem nichts entgegensetzen
    nur zusehen wie sie alles wiederholen
    während alle anderen wegsehen
    es gibt keine version dieser wirklichkeit
    die nicht in einer wand endet für mich

  • KASSENSTURZ

    du stapelst
    deine
    letzten münzen
    doch nichts
    gibt dir das
    recht
    dir einen
    überblick über
    mein hab
    und gut
    zu verschaffen

    ich bin nicht

    während du
    meine fehler
    zählst
    zähle ich
    die tage
    du
    schreibst mir
    eine rote
    zahl auf
    den rücken
    und fragst:
    wo ist
    dein opfer?
    ich sage:
    ich bin
    doch
    noch da

    ich bin nicht
    hier

    du willst
    ein gleichgewicht
    ritzt mit
    dem scharfen
    messer
    unter unserem
    tisch
    und wunderst
    dich
    weil alles
    wackelt

    ich ließ
    dich reden
    du decktest
    mich zu
    mit vorwürfen
    aus hartem
    gewebe geschaffen
    es juckte
    und ich fror
    weil du
    so kalt
    bist

    ich weine
    nicht mehr
    ich notiere
    summiere
    deine
    missetaten
    und ist
    die liste
    lang genug
    werde ich
    einen strich
    unter uns
    machen

    ich bin nicht
    hier um dich

    ich bin kein
    pflaster
    das dein
    kindliches selbstbild
    heilt
    ich bin feuer
    muttererde
    und wenn
    du es
    drauf anlegst
    lasse ich
    deine narben
    BRENNEN

    ich will
    nicht so hart
    sein
    aber ich
    muss
    weil ich
    sonst
    untergehe

    früher hast
    du nur
    positiv
    über mich
    geredet
    heute richtest
    du mich
    vor anderen
    aus
    verlässt
    dich lieber
    auf
    schlangen
    und ratten
    denen
    du verziehen
    hast
    nur um
    unseren
    verfall
    zu kompensieren
    wir
    reden kaum

    miteinander
    schweigen
    ist an
    sich schon
    recht laut
    aber werde
    ich still
    wird es
    gefährlich

    nichts ist
    mehr
    gut genug
    du zeigst:
    für dich
    bin ich das
    drama
    ich nenne
    das
    überlebenswut

    ich bin nicht hier
    nicht hier
    um dich
    zu retten

  • clapping hands

    Ich will über dich schreiben, ich will darüber schreiben, wie ich mich fühle, wenn du auf meine insta Storys reagierst, in denen ich dich DADDY nenne. Ich will nicht darüber schreiben, wie ich mich fühle, wenn du nicht darauf reagierst und noch weniger will ich darüber schreiben, wie ich mich fühle, wenn du sie nicht anschaust.

    Ich will aber auch nicht darüber schreiben, wie ich mich fühle, wenn du darauf reagierst. Also ich will schon, aber ich will nicht. Weil ich dann gleichzeitig auch die Aufmerksamkeit darauf lege, dass du es manchmal nicht tust, oder dass du es früher mehr getan hast, oder dass du mir nicht schreibst oder dass du mich nicht anrufst oder dass du meine Nummer nicht eingespeichert hast.

    Oft warnt mich irgendwer, wenn ich von dir erzähle. Aber ich verstehe nicht wovor.

    Es gibt kein eindeutiges DAVOR und DANACH. Aber jedes mal, wenn ich das Gefühl habe für das Begehren einer Partnerperson verantwortlich gemacht zu werden gibt es ein ETWAS. Ein ETWAS über das ich nicht sprechen kann, ein ETWAS, das mit Tränen kommt, ein ETWAS das es mir verunmöglicht zu antworten.

    Wenn jemand das Wort kippen verwendet, denke ich nicht an ein ETWAS.

  • Tortenstücke

    1 Schüly beantwortet bei der Matura eine Frage zu Rechtspopulismus in Europa. Ich kämpfe mit den Tränen.

    Autoren kaufen sich Eigentumswohnungen, die über 1 Mio kosten, sind Sexisten und kaum jemand sagt Mit ihm teile ich keine Bühne. Ich musste mich wieder damit beschäftigen, dass jemand behauptet richtige Autor*innen veröffentlichen in richtigen Medien auf richtigem Papier. (Der * wurde von mir eingefügt, die Person die diese Behauptung aufgestellt hat verwendet keinen *. Nein, stimmt nicht. Im Kontext einer transphoben Äußerung schon.)

    Ich veröffentliche weiter hier.

    Schülys sollen einen weiteren Zusammenhang erkennen können nach der Matura. Das ist irgendwie so ein Ziel.

    Ich bin immer noch Statistikertochter. Ich habe nicht Mathematik studiert. Jetzt habe ich Angst vor Balken.

  • Hot Dog anyone?

    Ich bin 1 Autorin und habe 1 Studium der Amerikanistik absolviert.
    Ich habe 1 Gelbe Tapete im Studium 3 mal gelesen,
    aber selbst nur 1 weiße Tapete aus Raufaser zu Hause.

    Hinter m1er Raufasertapete wohnt k1 Frau, sondern 1 Elefant.
    Leider spricht der nicht.
    Ich habe 3 Kinder, aber k1 Mary, die so good with the babies ist.
    Ich habe auch k1 Zimmer im 1. Stock.

    Weil ich habe nur 1 Wohnung, mit 2 Zimmern im 3. Stock.
    Ohne 1 Lift.

    Ansonsten bin ich 1 Frau aus 1 Gelben Tapete.

    Ich habe 1 Studium absolviert und alles zu 1 Gebärfalle gelernt.
    Ich habe 1 Gebärfalle verstanden und bin deswegen nicht in 1 Gebärfalle getappt.
    Ich bin in 1 Gebärfalle geschlendert und wurde zerfleischt.

    __________________________________________________________________

    Das bin ich.

    Hi!

    Das bin ich in 1 Gebärfalle.

    *
    *
    *

    So habt ihr euch 1 Gebärfalle nicht vorgestellt oder?

    Das ist auch k1 Gebärfalle, da habe ich euch jetzt 1 wenig in die Irre geführt. Sorryyyy!

    Das ist 1 Luftmatratze mit 1 Flamingo drauf. 1 Gebärfalle habe ich gestern in 1 siedendes Wasser geworfen und mir 1 Hot Dog draus gemacht. Mit Gurke und karamellisierten Zwiebeln versteht sich.

    Und jetzt liege ich auf 1 Luftmatratze mit 1 Flamingo und warte, dass es losgeht.

    *
    *
    *

    Denkt ihr, es geht jetzt los?: Nein, noch nicht.: Schade.
    *
    *
    *
    Ich habe heute einiges vor: Ich werde gleich die Weltordnung stören:
    Cool oder?
    *
    *
    *
    Geht’s jetzt los?: Ja, jetzt geht‘s los:
    Achtung:

    *

    3

    *

    2
    *

    1

    und:

    PRESSEN * PRESSEN * PRESSEN:

    Das ist der Anfang. Wenn jeder Anfang 1 Störung ist, dann störe ich die Weltordnung jetzt 100 Mal. Geburt ist disruption. Ich gebäre 100 Kinder pro Tag. Lasse 20 wegmachen, schneide mir 40 aus dem Bauch, presse 73 aus meiner Vagina. Ich verliere 210 Babys, bringe 22 tot zu Welt. Ich gebäre 1000x, dass morgen 1 schöner Tag ist. Und 82 mal, dass es übermorgen Blumen schneit. Ich gebäre 10000 fucking amazing Karrieren, 38 Gänseblümchen, 1 Elefanten, 89 gezupfte Augenbrauen und 95 Abende auf der Tanzfläche. Ich gebäre 25 Gutenachtlieder mit zweiter Strophe und 184 ohne, , 75 mal Vanille-Eis mit Himbeersoße, 12000 mal Gänsehaut, 74 Oliven, 20x tosenden Applaus, 23 Regenwürmer, 780 mal Revolution und 1 mal ins Fitnessstudio gehen. Ich gebäre 338000 Wutanfälle, 24000 Tränen, 934 catchy Love-Songs, 90578 neue Herzschläge, 44444499000 kl1e Finger und 44444499000  kl1e Zehen, und 589 000 mal Springen am Trampolin.

    Jede Geburt ist 1 Unterbrechung der Kontinuität, 1 Bruchstelle im Lauf der Geschichte. Ich gebäre unendlich Mal die Unendlichkeit. 

    Und esse meinen Hotdog.
    Mit Ketchup und Mayo drauf:

    Mahlzeit.

    xoxo ORYX

  • terminate

    Ich oszilliere zwischen bad bunny und sad bunny. Ich habe zu wenig Geld und ich bekomme nicht die nudes, die ich will. Ich bekomme nur andere.

    Schon wieder schreibt jemand Hallo hier ist Daddy und ich denke mir, ka wer bist du, gestern haben 5 dudes behauptet, dass sie mein Daddy sind und antworte Halluuu.

    Ich schreibe J, J antwortet lol.

    Das ist btw eh k1 Literatur, stellt euch die Frage bitte einfach einmal nicht.

    Dr. Silberman: Let’s go back to what you were saying about those Terminator machines. Now you think they don’t exist?

    Sarah Connor: They don’t exist. I know that now.

    Dr. Silberman: But you’ve told me on many occasions about how you crushed one in a hydraulic press.

  • Viele heißen Wagner

    Im dem Film Sebastian geht es um 1 escort, der auch Autor ist. Er bekommt nach 2 Artikeln oder so einen Vertrag für 1 Roman.

    In der Vorstandssitzung hat jemensch zu mir gesagt WIR MUSSEN DAS JA JETZT NICHT SO pSyChOlOgIsIeReN.

    Wieder hat ein Mann einen Essay zum Thema KI veröffentlicht.

    In der Küche hat das Öl zu brennen begonnen.

    In der Nacht jucken die Pollen am meisten.

    Ich liebe alle Musen gleich

  • I’m looking for a man in finance, Trust Fund, 6’5“, Blue Eyes

    Durch meine Spaziergänge im Finanzdistrikt bin ich wieder ein bisschen hetero geworden.
    Diese wunderschönen, jungen Männer in ihren maßgeschneiderten Anzügen, so verloren, so traurig. Mit ihren glänzenden, engen Schühchen und den peniblen Haircuts.
    Das macht mich so glücklich. Und ein bisschen sad.

    Ich möchte sie befreien.
    Ihnen das gute Leben zeigen, zumindest für ein paar Stunden, eine Nacht lang, in ihren Lofts mit Glasfronten, grauen Möbeln, kahl und ohne Kunst.
    Mit ihnen ins Bett gehen.
    Ihnen etwas Buntes malen, an dem sie sich jeden Morgen, wenn sie kurz von ihren Screens aufblicken, erfreuen, für diese eine Millisekunde.

    Die Männer wirken altertümlich verkleidet. Dunkelblau, Grau, Schwarz, seltener Weiß.
    Manche tragen Hemden, strahlend hell und rein.
    Sie sind wunderschön.
    Sie arbeiten sich ab für den Reichtum anderer.
    Manche wissen es. Die meisten nicht.
    Und sie sind traurig, jetzt schon, oder dann in ein paar Jahren, wenn sie begreifen, dass sie ihr Leben verschwenden.
    All work no fun… makes Jack a dull boy, oder so.

    Aber sie sind heiß.
    Alle.
    Ethnisch sind sie so divers, so viele different shades of skin.
    Unglaublich hot.
    Und alle haben ein Gym-Abo.
    Man sieht es: an den Körpern, an der Haltung, selbst wenn sie geknickt in ihren Cubes sitzen, den ganzen Tag.
    Arbeiten und trainieren. Protein und Sex.
    Und traurig sein.

    Ich möchte, dass sie mit mir ihre Gewaltfantasien ausleben.
    Natürlich based on consent.

    Mittags strömen sie aus ihren Glashäuschen, zielstrebig, fast militärisch in Richtung Salatbars und zu den Parks.
    Dann drängen sie zurück in die spiegelglatten Hochhäuser, wo sie ein bisschen mit Zahlen spielen, wichtigtuerisch telefonieren, gossippen.
    Sie reden mit ihren Work Bros über das Gym. Über den letzten One-Night-Stand.

    In den Pausen sitzen sie in der Sonne, in den unbequemen Schühchen, den viel zu warmen Anzügen und tun so, als wär das das Leben.
    Einige vapen.
    Das macht sie unsexy.

    Nach der Arbeit stehen die älteren Männer in kleinen Grüppchen vor den Pubs.
    Sie trinken Bier, vor diesen Pubs mit Namen wie The Three Lords, Dirty Dicks oder The King’s Arms.
    Pathetic Namen. Für pathetic men.

    Diese Männer wirken aus der Zeit gefallen.
    Als säßen sie nicht an Laptops, sondern an Schreibmaschinen.
    Als telefonierten sie nicht mit Smartphones, sondern mit alten Telefonapparaten. Mit Wählscheibe und Kabel.
    Diese Kabel, die sich immer wieder selbst eindrehen.
    Früher habe ich sie mir um die Finger gewickelt, bis es weh getan hat.

    Sie hacken auf ihre Maschinen ein.
    Brüllen.
    Werfen mit den Telefonhörern durch teppichgedämpfte Räume.
    Weil irgendetwas nicht so läuft, wie sie es sich vorgestellt haben.
    Sie sind dramatisch.
    Und haben keine Frustrationstoleranz.

    Das sollte ihnen jemand beibringen.

  • breaking not only waves but also the internet

    Ich werde die Kunde verbreiten, ich weiß nur noch nicht welche, in der Zwischenzeit sagt jemand ICH SAGE DAS JETZT GENAU EIN MAL. Oder jemand schreibt es. Ich sage DROHUNG. Oder ich schreibe es.

    Ich stelle die Fragen nach den eigenen Referenzen. Ein Chor schreit A A A ACADEMIA.

    Gegenstände. Zweckentfremdung. Ich sage MENSCH KÖNNTE AUCH MIT VISUELLEN QUELLEN ARBEITEN NICHT NUR MIT TEXT.

    Wenn ich die Sonnenbrille aufsetzte ist auf meinem Kopf immer noch Platz für eine zweite.

  • Laser ist nicht nur eine Katze

    Ich habe im Theater geschlafen. Ich habe Solaris gesehen, in einem Theater in dem ich noch nie war. Wir sind zu spät gekommen, ich komme nicht gerne zu spät. Ich kann im gehen nicht rauchen und ich will rauchen, ich will immer rauchen.

    Der Billeteur sagt, DIE LASER SHOW IST NOCH NICHT ZU ENDE.

    Auf die Frage wie es war, sage ich ES WAR NICHT POLLESCH. Dann geht es wieder um geographische Punkte und ich frage mich why?

    Wenn wir über deine Rolle im Freund*innenkreis sprechen, halte ich die Stille aus.

    Dann die gemeinsame Objektifizierung einer weiblich gelesenen Person. Ich habe keinen Schlüssel, ich sage das Wort müde, mehr Getränke werden bestellt.

    In einem anderen Kaffeehaus erzählt jemand von einem fake fur mantel und der Frage nach dem Preis einer Nacht. Ich werde nie ein Sachbuch schreiben, ich werde nie die Bühne teilen, ich werde immer alleine auf der Bühne stehen. An dem Tag der Lesung werde ich offline sein.