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meditationen
Meditationen
Ich hänge das LITERARISCHE MATERIAL nicht auf, zum Trocknen, ich schreibe A, genauso, wie ich es mir vorstelle. Er antwortet, ich solle ihn doch siezen, wenn ich das will. Das Laken ist noch feucht, wenn ich über es schreibe, streiche: nur die Gedanken. Ich sitze und lasse Fäden laufen, bis sie aufeinandertreffen, vielleicht. A. schreibt, er würde es in die Hand nehmen, sie um mich flechten, sie verbinden für mich.
(Ich will mich auflösen in einem Gefühl und nur Sie dabei ansehen, Sie sollen es bestimmen, es über meinen Körper legen. Ich will mich unterbrechen.)
Ich schreibe, ja, einen Text.
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A
A schreibt mir, was ich lesen will, dass wir nur das machen, was ich wirklich will. Es beruhigt mich, dieses Gespräch über Literatur und Sex, weil es völlig klar ist, dass es respektvoll ist, und dass wir aneinander interessiert sind, aber dass er nicht für mich schwärmt, dass er mich nicht idealisiert, dass es einfach nur für den Moment ist. Und mir geht es auch so. Ich hoffe, das bleibt so, für eine Weile. Ich denke, es hilft mir, mich wieder auf Menschen einzulassen.
Aber auch ein spannendes Gefühl, dieser Ekel davor, dass andere Menschen mich lieben bzw. sich in mich verlieben könnten. Dieser Ekel davor, dieses Gefühl in jmd auszulösen, weil ich es zu stark damit verbinde, dass diese Menschen mich dann zerbrechen.
Das B. Galvagni Buch ist sehr gut.
Über Schwindel und appel du vide nachgedacht.
Das Rauschen im Ohr.
Irgendwann zu Weihnachten das nächste Tattoo. Gemeinsam mit AN.
Ich muss anfangen, an dem Text für die Anthologie zu arbeiten. Wovon ich ausgehen will: Mein Schreiben wurzelt in einer Sprachlosigkeit.
Mitte November kommt LM nach Graz wegen des Fotoshootings für die Anthologie. Ich muss noch überlegen, was ich hierfür will. Es sollte doch anders sein. In meinem Zimmer, das noch immer nicht richtig eingerichtet ist, hängt schon das gemalte Bild, das sie mir geschenkt hat.
Ich denke sehr viel darüber nach, dass A gesagt hat, Bondage ist geführte Meditation.
Ka, vermutlich wäre es sinnvoller, über das Ende der Welt nachzudenken, aber.
Die Wahl ist vorbei. Ich habe zumindest geschafft, mich etwas damit zu beschäftigen (lol, wofür aber, was für ekelhafte Kandidaten das waren). Aber es ist gut, wenn ich mich wieder mit Politik befassen kann. Eine Zeitlang konnte ich das gar nicht und das hat mich doch sehr erschüttert, weil das etwas war, was immer ein Teil von mir war – Interesse an Politik, am Weltgeschehen. Als das weggefallen ist, letztes Jahr, das war ein Gefühl der Leere, das mich tatsächlich sehr beschäftigt hat.
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B. Galvagni. Melancholia
„eine existenzbedrohende Übelkeit im Kopf, die verstohlen aus den Augen schaut, wann immer ich sie öffne“ (5)
„Ich dürfte nicht schreiben in diesem durch das Herz bedrohten Zustand, manchmal spüre ich das Geräusch einer Fliege oder Ameise, innen. Ich muß den Albtraum aus mir herausschütteln, wie Staub aus einem alten Laken.“ (12)
„Der Sommer scheint wieder in diesen Sog von Krankheit und Ungewißheit zu fallen. Jetzt, wo es Mittag ist, ist auch Paris aus dem Kopf hinausgezerrt worden (15)
„Ich sitze und lasse Fäden laufen“ (16)
B. Galvagni hat 2 Romane veröffentlicht und lebt jetzt als Medizinerin in Paris. In „Melancholia“ kann ich hinein fallen.
A sagt, wir könnten uns siezen, wenn ich das will.
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zu
zu viel darüber nachdenken, was es bedeutet, wenn eine person dir sagt, dass sie dich liebt und dass sie immer auf dich acht geben wird, aber das nur solange zu gelten scheint, solange es bequem ist. oder auch: warum es problematisch ist, zu denken, eine beziehung wäre nicht gebunden daran, die andere person nicht grundlegend zu verletzen. oder ich denke noch immer zu viel darüber nach, ob ich nicht deutlich genug gesagt hatte, dass ich nicht angelogen werden will.
vielleicht werde ich a. das fragen nächste woche. ob wir basic sachen festhalten sollen als grundregeln. muss ich alles aussprechen. aber gut zb der caterer am freitag wusste auch nicht, dass im catering eig teller inkludiert sind (?). vielleicht muss man also alles irgendwie festhalten, von dem man eig denkt, es wäre schwerkraft.
oder ich denke darüber nach, warum es dann doch immer männer sind, die sich durch freundeskreise schlafen. was das für ein urge ist. ich könnte mit menschen schon alleine deswegen nichts anfangen. am liebsten date ich überhaupt personen, die nichts mit meinem umfeld zu tun haben. weil ich finde, dass das sowohl für mich als auch für mein umfeld besser ist. und dann sitze ich gegenüber von 1 kollegen & höre über 1 kollegin, dass er über die gehört habe von 1 ex, dass diese instabil und kompliziert werde. und mir wird ganz anders. und klar, kann ich das dann, erklären, warum das nicht stimmen wird und warum das nicht geht, das solche dinge gesagt werden. und das ist eine person, wo ich das auch sagen kann, weil ich weiß, dass sie es dann doch versteht. aber wie oft ist das so. und wie oft wird vielleicht nichts gesagt, nicht widersprochen, wie oft bleiben diese dinge im raum. wie viele autor*innen haben aufgehört, zu veröffentlichen, wegen „ihrer“ instabilität und kompliziertheit. wie viele. das ist so ekelhaft.
morgen ist die wahl. österreich ist auch ekelhaft.
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wer
wer den literaturnobelpreis bekommen hat, erfahre ich dieses jahr nicht aus dem internet. ich war donnerstags nicht online.
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das
das buch „melancholia“ von b. galvani lesen. und ihren gedichtband „moira“, der als privatdruck herausgegeben wurde. auf kartonpapier gedruckt, 1170 exemplare gibt es hiervon.
„ich werde den Blick senken und dich vergleichen,
mit jemandem.
Du hättest es wissen müssen, daß ich dich mit
jemandem vergleiche“ (aus „moira“)es sind auch die titel der bände. ich hatte auch, ich wollte auch lange etwas zu den moiren schreiben, aber nicht explizit, sondern als darunter liegende struktur des textes.
nächste woche treffe ich a., er hat sich „montauk“ gekauft von m. frisch, weil ich darüber gesprochen habe, dass ich nicht will, dass jmd sich fühlt, als wäre er nur literarisches material für mich und dabei habe ich das buch referenziert. und das fand er spannend. ich kann mir vorstellen, dass das eine gute freundschaft wird, zuallererst. es hat zumindest eine leichtigkeit, er kann extrem gut kommunizieren, ich kenne das nicht, dass jmd die meta-ebene sofort so mitdenkt und mir exakt mitteilen kann und auch will, was er fühlt, was seine reaktionen auf meine nachrichten sind, nach 2 wochen. das finde ich faszinierend. es kommt mir auch vor, es wäre länger. es liegt natürlich auch an mir, ich kann das jetzt, wenn ich will, sofort sehr offen sein, aber es ist auch anstrengend. es ist gut, dass er jünger ist als ich. nicht viel, aber doch. ich habe ihm auch schon gesagt, dass es mich beruhigt, dass er in einer offenen beziehung ist und dass das für mich ein grund war, interessiert zu sein, weil ich momentan nicht die verantwortung dafür tragen könnte, dass sich jemand in mich verliebt und eine zukunft mit mir möchte. aber ich kann eine gute freund*in sein und mich auf diese, unsere situation einlassen. seine partnerin hat auch andere partner*innen (das war auch irgendwie ein wichtiger punkt für mich).
und ich weiß auch, aus dem, was er kommuniziert hat, dass er weiß, dass gefühle gefühle sind und entscheidungen entscheidungen. und dass man das nicht miteinander vermischen sollte. und gefühle zwar der grund, aber keine rechtfertigung sein können für entscheidungen.
manchmal, sehr oft, denke ich sachen, die einfach nicht haltbar sind. ich habe mit r auch darüber gesprochen, ich habe ihm gesagt, ich werde jetzt etwas sehr naives sagen.
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r
r empfiehlt mir die Bücher von b. Galvani. Wir sprechen über Authentizität und Literatur. Ich erzähle ihm fast das einzige, worüber wir nie sprechen. Aber dann war mir das zu anstrengend. Ich sage ihm, dass ich Angst habe, dass das über mich gesagt wird, dass ich schwierig wäre.
Dann. A. schreibt mir, bondage ist geführte Meditation, darüber denke ich sehr lange nach. Klare Kommunikation.
ich kann mich nicht emotional auf jmd einlassen bzw mich momentan nicht verlieben, aber ich kann in einem klar definierten Rahmen versuchen, zu lernen, einer anderen Person zu vertrauen. Das reicht vielleicht.
Meine lesung hat mich emotional gecrashed, ich war so nervös wie schon lange nicht und beim letzten Text dachte ich kurz ich müsste abbrechen, weil mein Körper gar nicht mehr wollte. Konnte dann nicht schlafen. Es lag klar an den Texten, bei der Veranstaltung heute wo ich über Zeitschrift und andere autor*innen reden musste, war ich überhaupt nicht nervös.
A weiß wenig über Literatur, also erzähle ich ihm alles, was mir einfällt, und er erzählt mir alles über Meditationen.
Er sagt, ich kann ihn gerne als literarisches Material verwenden, wenn ich das will. Ich denke, ja. Alles zwischen uns ist sehr klar definiert, ich bin ein bisschen verliebt in die Kommunikation, weil ich weiß, ich muss nichts sein für ihn, ich muss nichts darstellen. Er ist jünger als ich, nicht viel, aber doch.
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dass
dass ich über meine grenzen hinausgehe, was mein arbeitspensum angeht. ich merke, dass ich es zeitweise nicht mehr schaffe, auf nachrichten zu antworten. ich merke auch, dass meine mitbewohnis viel mehr freizeit haben als ich. mein arbeitskollege fragt mich, ob ich noch etwas anderes mache als arbeit und literatur. und ich antworte, nein. nein, mache ich nicht, aber ich weiß auch gerade nicht, wie ich damit aufhören soll.
dann. vergessen, dass ich relativ gut darin bin, zu schreiben.
fotoshooting mit lm, teil 2 im november. evtl dann schon mit kurzen haaren.
ich hatte auch vergessen, dass ich gut darin bin, mich auf andere menschen einzulassen in einem kontrollierten setting. wenn die kommunikation klar ist. dass ich dann dieses grundvertrauen in andere personen habe. dass ich das solange besitze, solange diese anderen personen mich nicht „lieben“. dass ich denke, dass man fremde menschen meistens mit mehr respekt behandelt als die eigenen partner*innen, mit mehr vorsicht. (dass das so natürlich auch nicht stimmt, nur in bestimmten rahmen). aber diese gedankenlosigkeit wie mit mir umgegangen wurde, wenn man denkt, ich wäre sowieso immer da. no matter what. dass ich das niemanden mehr signalisieren darf, in zukunft, weil es immer nur dazu führen kann, dass die andere person dann denkt, sie könne alles tun, was sie will, ich würde das schon verkraften.
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seit
seit ich die mittelohrentzündung hatte (vor 4 wochen ca) habe ich 1 druck auf meinem linken ohr und manchmal höre ich etwas rauschen. aber ich denke: okay, es beunruhigt mich weniger als es sollte. ich denke okay.
ich bin sehr erschöpft & 34 geworden
hab sehr viel pudding geschenkt bekommen von KP
es sind schon wieder viele menschen krank irgendwie (corona usw)
wenn ich anfang oktober in wien bin werde ich menschen treffen, r und j zb
habe druckfahnen bekommen für 1 heft das im herbst erscheinen wird. „das hier ist keine geschichte“ so der text, in dem ich aus „in den besten jahren“ von simone de beauvoir zitiere
irgendwann will ich 1 text schreiben, in dem ihr grab vorkommt, obwohl das sehr pathetisch ist, ich weiß nicht, warum es so wichtig für mich war, davor zu stehen, so als würde es etwas verändern
das ist alles so verworren, auch meine reaktionen. dass ich r als erster person alles erzählt habe zb und im sommer hat er gemeint, er denkt nicht, dass das ein zufall war (aber ich habe nicht gefragt, wie er das gemeint hat)
aber ich würde gerne sachen auflösen, und ich habe angst, dass es nicht möglich ist. aber ich würde gerne zurück in etwas, wovor ich davon gelaufen bin
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gestern
gestern war auch teil 2 der 10-jahresfeier von mosaik. im jazzit (was cool war). und lesungen ua von j. piringer (der eine datenpoesieperformance gemacht hat, die sehr interessant war). ich war nur leider extrem müde (weil ich schon um 4.45 aufgestanden war um nach salzburg zu fahren). hab mich dann schon wieder nicht von allen verabschiedet, aber ich denke, die menschen kennen mich eh alle schon lang genug, um zu wissen, dass ich das nicht hinbekomme