Kategorie: Autor:innen
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human mind (I)
herz: hey, gehirn, ich bins, das herz! schicke dir jetzt live aus der brust einen schwall an emotionen und du machst etwas daraus, okay?! etwas richtig heftiges, einen gedankenstrudel, der unseren wirt ordentlich aus der bahn wirft. gehirn: warte auf nähere ausführungen. herz: also: wir haben hier gerade eine explosive kombination aus selbsthass, wut, scham…
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Miau Miau
Ich verharre weiterhin in dieser Sprachlosigkeit, mir denken, dass all das, was ich zu sagen habe, nicht wichtig sei, angesichts der Dinge, die so in der Welt passieren. Ich verpasse das Schreiben, aus Angst, über das zu schreiben, was bereits gedacht und geschrieben wurde. Ich entdecke das Uninspirierte, das Unwesentliche, das Ungenügende an mir und…
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privilegien
ich kann halt arbeiten was auch immer das heißt weil warum sollte das ein kriterium sein was soll das können wann war arbeiten je eine option aus der ich ausopten hätte können also was kann ich da ich kann es jedenfalls obv kann ich arbeiten gleich wie ich pflege konnte als ich es können musste…
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auflösen
als wir damals immer gemeinsam pommes mit diesen champignons aßen, in cremesauce, das waren bessere zeiten, die vielen spaziergänge im villenviertel und wie wir davon geträumt haben, von einem eigenen büro, wie das alles noch nicht so belastend war, sondern sich frei anfühlte, all die outtakes, all die pannen, die uns amüsierten, viele gemeinsame abenteuer…
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meritokratische hybris
in den notizen ein paar fragen, die antworten waren. was alles einfacher macht: nicht die frau in einer beziehung zu sein; ich weiß zu viel über gartenzäune, deren formen, wie viel sie kosten, und wie sie in sich zerfallen, wenn sie niemand pflegt; warum ich denke, ich scheitere; wenn die täter erfolg haben, dann bestätigt…
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Lösch mich bitte
Und das Feuer brennt immer – wenn nicht in mir, dann ist immer irgendwo Krieg Ich sehs am Display Es brennt Die Wälder Die Häuser Die Herzen Und das Land Es brennt Und ich kanns nicht riechen Und nicht sehen Aber ich weiß es genau Ich nehm dich überall hin mit und du lastest schwer…
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ich bin noch da
ich glaube ja, ich bin jetzt alt genug, um mir nicht mehr einzureden, dass es an mir läge, dass die männlichen personen in meiner familie absolut keinen kontakt zu mir haben wollen, ich glaube ja, die haben nie darüber nachgedacht, was mit mir ist, und das perfide an der sache ist, dass ich sehr wohl…
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shuffle
Ich denke manchmal daran, dass du meine Texte nicht liest, oder meine Fotos nicht anschaust oder dass du behauptet hast, dass du meine nudes nicht brauchst. Und dann fällt mir ein, ich höre deine Lieder auch nicht mehr. Ich habe deine Lieder immer und immer wieder gehört und dann habe ich damit aufgehört. Ich weiß…
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Basiswert
Ich schreibe in mein Tagebuch, dass ich nicht weiß, dass ich gerne einen Vergleichswert hätte. Ich glaube schon, dass wir über die letzten Jahre irgednwie, keine Ahnung, das wir vielleicht, ich weiß es eben nicht. Also es war schon, aber vielleicht nur in meinem Kopf und ich hätte gerne etwas, aber es ist bist jetzt…
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et in arcadia ego (I)
I. manchmal erscheinstdu mir wie einvogel ohne flügeldu hinterlässtblutige federnan all unserenendendu sehnst dichnach derwelthast siedoch längstin deinenhänden II. wir seheneinanderim selbenlichttote sterneenden so gutwie immerin einer supernovawir nicht wir leuchtenimmer wiederauferst sterbeichdann gibstdu mir einlebenszeichenkommen wiruns wiedernäherentstehtein wetterleuchtendie ladungist kaumzu ertragenwenn esüber uns blitztzeigst du mir:wir sindimmer nochhier ich bin deinechobis derursprungnicht mehrauszumachen istwarst…