chronology of shame | #22

Context: https://diegelbetapete.com/2026/08/17/chronlogy-of-shame-pretext/

Die Krankheit zieht sich diesmal lange und ist äußerst schwer zu fassen. In der ersten Nacht vor genau 1 Woche Halsweh. Am Tag darauf beständig. Dann Husten und laufende Nase. Ab Tag 3 leichtes Fieber, seitdem beständig. Frage mich, wann das endet. Frage mich, ob es überhaupt noch ist. Nehme seit Tag 4 fiebersenkende Mittel. Heute Tag 6. Fühle mich wenig fit. Fühle mich nach Bett und Fernsehen und Chips essen. Ist das physisch oder kann das weg? Habe endlich Legitimation zum Kranksein. Habe endlich keine Person mit Erwartungshaltung. Endlich niemanden, der sagt, du machst das ja absichtlich, das Kranksein, dass du zu Hause sein kannst, aber nichts mit mir machen musst. Erinnere mich ans Aufquälen zum Kochen. Zum Spazierengehen. Bis alles nur noch Qual war, auch die Gesundheit. Möchte nie wieder eine solche Rolle im Leben einer anderen Person haben. Möchte nie wieder eine solche Rolle in meinem Leben haben. I am allowed to be sick. I am allowed to feel unhealthy. I am allowed to stay in bed. I am allowed to feel. I am allowed to act on my feelings. I am allowed. Ich darf das. Ich bin genug. Ich bin nicht unzureichend. Ich reiche mir und dir und meinen Vorstellungen von uns und der Welt vollkommen aus.

Morgen Home-Office at least. Vielleicht noch Krankenstand.

Spüre mein Herz, habe es beim Gehen gespürt, ganz doll, war es auf einmal da. Man weiß erst, dass man ein Herz hat, wenn es in eine Richtung ganz doll ausschlägt…

||

Hinterlasse einen Kommentar