chronology of shame | #31

Context: https://diegelbetapete.com/2026/08/17/chronlogy-of-shame-pretext/

Ab heute ist er für X Wochen in Y und wir haben den letzten Abend gemeinsam im Streit verbracht. Wir waren dabei nicht alleine, Z, die uns spontan zu U begleitet hatte, hatte den Tag mit ihm verbracht und war auch noch da, als ich am Abend zu ihm kam. Kurz vor MItternacht hat er dann etws von U aufgebracht: Warum konnte ich auf seine Aufforderung hin V nicht umsetzen, aber bei Z’s Aufforderung klappte es gleich – sad but true ist, dass mir Z’s zusätzliches Kommentar als Referenz diente, dass der Fehler tatsächlich bei mir lag.

Die wahre Frage war aber: 1) warum ich seine Kommentare nicht für bare, gut gemeinte Münze nehmen konnte – er musste sich etliche Male wiederholen und ich konnte es nicht umsetzen (es war mir auch physisch, als ich wirklich wollte, nicht möglich; psychosomatischer absurder Schutzmechanismus?); 2) warum ich ihn nicht um Hilfe gebeten habe, als ich merkte, dass da etwas in mir blockiert; 3) warum mir seine Frustration nicht so zu Herzen ging, dass ich eine andere Strategie versuchte; 4) warum ich – trotz fail – immer wieder dasselbe erfolglos versuchte.

In dem Gespräch konnte ich auch erst wieder sehr spät sachlich auf die Problematik reagieren, ich war zu sehr gecornered, fühlte, ich müsste nun alleine eine Lösung finden, habe nie artikuliert, dass ich keine Lösung gerade finden konnte. Das führte zu einer schlaflosen Nacht und dazu, dass er beinahe seinen Flug verpasste. Z war die ganze Zeit da und stellte sich als sehr hilfreich heraus – ich sah tatsächlich nicht, wie aggressiv meine aus meiner Perspektive neutral gedachten Fragen/Kommentare waren, wie wenig logisch ich vorging, wie repetitiv ich mich im Kreis drehte.

  • Ich habe mich stets an den tiny points in seinen Antworten aufgehängt, die mir eine Angriffsmöglichkeit baten;
  • Ich habe stets nur von mir gesprochen;
  • Ich habe meine Gefühle über alles andere gestellt;
  • Ich habe Gedanken nicht ausgesprochen, obwohl ich sie gedacht habe (das führte zu unverständlichen, angriffigen Aussagen);
  • Ich habe es nicht geschafft, nach Klärung/Hilfe zu fragen;
  • Ich konnte mein Fehlverhalten im Gespräch nicht einsehen;
  • Ich habe meine Bedürfnisse über alles andere gestellt;
  • Ich habe keine warum/wieso/…-Fragen gestellt;
  • Ich habe seine Aussagen so aufgefasst, dass ich mich rechtfertigen musste.

Ich glaube, dass das alles Survival-Strategien sind.

  1. Perfekt sein müssen → wenn ich nicht perfekt bin, riskiere ich meine Zurechnungsfähigkeit.
    Problem: Durch den Zwang, perfekt sein zu müssen, nehme ich mir, sobald dieser Zwang erschüttert wird, alle Menschlichkeit, werde distant, beleidigt, ungläubig.
  2. daraus folgt: Ich darf keine Fehler machen → wenn ich einen Fehler mache, habe ich als Mensch versagt.
    Problem: Ich versage, weil ich nicht auf den Fehler eingehen, das Problem bei mir sehen kann; das führt zu einer höchst unnatürlichen Abwehrhaltung und dazu, dass ich keine andere Meinung, insbesondere von einer vertrauten Person, zulassen kann.
  3. Vertraue niemandem außer dir selbst.

Diese Strategien sind höchst ungesund, sie dienen nur zum Überleben, fördern aber nicht das Leben, das Erleben. Wie kann ich sie mir abtrainieren? Wie kann ich in der konkreten Situation 1) wissen, nicht an Zurechnungsfähigkeit zu verlieren, sondern dass genau das Perfektsein diesen Verlust erwirkt; 2) Fehler eingestehen und als Chance und nicht als Versagen sehen; 3) Vertrauen wieder zulassen und das Wohl der von mir geliebten Person(en) auf eine Ebene mit meinem Wohl stellen und sachlich abwiegen, wer denn gerade mehr leidet, bei wem die Schuld liegt.

  • Ich kann Schuld haben, das ist okay.
  • Ein Gespräch kann umsonst sein – ich werde damit leben.
  • Ich darf um Hilfe bitten – das ist sogar erwünscht, wenn es die Situation von auch nur einer Person verbessert.

Repetitive ziellose Handlungen grenzen an Wahnsinn. HOW CAN I EXIT THE LOOP?

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